Ein globales TV-Event, Tausende Besucher*innen, Dutzende internationale Gewerke: Damit der Eurovision Song Contest 2026 in Wien gelingt, braucht es mehr als eine gute Show.

Wenn im Mai 2026 der Eurovision Song Contest (ESC) in Wien über die Bühne geht, ist das nicht nur ein kulturelles Großereignis – es ist auch ein Hochleistungsprojekt für Normen und technische Standards. Bühnenkonstruktionen, Ton- und Lichttechnik, Barrierefreiheit, Sicherheitskonzepte und Sanitärinfrastruktur müssen bei einer Produktion dieser Größenordnung nahtlos ineinandergreifen. Möglich wird das, weil internationale Standards eine gemeinsame technische Grundlage schaffen, die über Ländergrenzen hinweg funktioniert.

„Ohne gemeinsame technische Standards, die über Grenzen hinweg funktionieren, wäre ein Großereignis wie der ESC in dieser Form nicht durchführbar“, sagt Valerie Höllinger, Geschäftsführerin bei Austrian Standards in Wien.

Normen als unsichtbare Infrastruktur

Standards sorgen dafür, dass Systeme kompatibel sind, Abläufe abgestimmt laufen und Sicherheit verlässlich gewährleistet werden kann. Gerade bei internationalen Produktionen, bei denen zahlreiche Dienstleister und technische Systeme aufeinandertreffen, bilden sie eine unverzichtbare gemeinsame Sprache. Die Verantwortung für Planung und Umsetzung liegt bei den jeweiligen Veranstaltern und zuständigen Behörden – Standards stellen dafür einen anerkannten Rahmen und bewährte Leitlinien bereit.

Konkret kommen bei Veranstaltungen dieser Art unter anderem Normen für Bühnentechnik, elektroakustische Systeme, Orientierungssysteme und Barrierefreiheit zum Einsatz. Welche Anforderungen im Einzelnen gelten, hängt vom jeweiligen Veranstaltungskonzept ab.

Wien als Schaufenster verlässlicher Organisation

Für Austrian Standards ist der ESC mehr als ein spektakuläres Bühnenereignis. Höllinger betont den Zusammenhang zwischen sichtbarem Erfolg und unsichtbarer Infrastruktur: „Wenn Österreich 2026 Gastgeber für ein globales TV-Millionenpublikum ist, zählt nicht nur die große Bühne, sondern auch, dass im Hintergrund alles verlässlich funktioniert. Dank Standards ist das möglich.“

ÖNORM EN 17206 (Normenreihe): Anforderungen an maschinentechnische Einrichtungen und sicherheitsrelevante Aspekte in Bühnen- und Produktionsbereichen

OVE EN IEC 60268 (Normenreihe): Elektroakustische Geräte und Messverfahren, unter anderem für Mikrofone, Lautsprecher und Sprachverständlichkeit

ÖNORM EN 16194: Anforderungen an mobile, anschlussfreie Toilettenkabinen

ÖNORM B 1600: Grundlagen für barrierefreies Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden und Anlagen

ÖNORM A 3012: Gestaltung visueller Informations- und Orientierungssysteme für eine verständliche Besucherführung

ISO 20121: Anforderungen an nachhaltiges Management von Veranstaltungen

Hinweis: Standards dienen als Leitlinien und Referenzrahmen. Welche Anforderungen konkret zur Anwendung kommen, hängt vom jeweiligen Veranstaltungskonzept ab.