Die neue ISO 9001:2026 ist am 16. September 2026 erschienen. Nach Angaben von Austrian Standards sind weltweit mehr als eine Million Zertifikate in 189 Ländern nach ISO 9001 vergeben. Die branchenübergreifend eingesetzte Norm definiert Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme und soll Organisationen dabei unterstützen, Prozesse verlässlich zu gestalten, Kundenanforderungen zu erfüllen und ihre Leistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Das grundsätzliche Fundament der Norm bleibt mit der Überarbeitung erhalten. Bestehende Qualitätsmanagementsysteme müssen laut Austrian Standards daher nicht grundlegend neu gestaltet werden. Änderungen gibt es allerdings bei mehreren inhaltlichen Schwerpunkten.
Führung und Qualitätskultur rücken stärker in den Fokus
Risiken und Chancen werden in der neuen Ausgabe klarer voneinander getrennt und stärker aus strategischer Perspektive betrachtet. Gleichzeitig wird Qualitätsmanagement deutlicher als Führungsaufgabe verankert und stärker mit strategischen Entscheidungen verbunden. Auch Qualitätskultur, Verantwortung und ethisches Verhalten erhalten mehr Gewicht. Für zusätzliche Klarheit bei der Umsetzung soll der neue Anhang Annex A sorgen. Dieser erläutert zentrale Anforderungen und soll eine einheitlichere Interpretation der Norm unterstützen.
„Qualität ist Führungsaufgabe. Unternehmen müssen Veränderungen vorantreiben und zugleich Stabilität und Verlässlichkeit sichern. Ein modernes Qualitätsmanagement schafft dafür klare Strukturen und macht Qualität zu einem Instrument der Unternehmenssteuerung. Darin liegt der strategische Wert der neuen ISO 9001“, sagt Valerie Höllinger, CEO von Austrian Standards in Wien.
Drei Jahre Übergangsfrist vorgesehen
Organisationen, die bereits nach ISO 9001:2015 zertifiziert sind, sollen eine Übergangsfrist von drei Jahren für die Umstellung auf die neue Ausgabe erhalten. Die englischsprachige Fassung ist seit 17. September bei Austrian Standards verfügbar. In Österreich soll die deutschsprachige Fassung als ÖNORM EN ISO 9001:2026 voraussichtlich im November 2026 veröffentlicht werden.
Österreichische Expertise floss in Revision ein
An der Überarbeitung beteiligten sich laut Austrian Standards 94 aktive Mitglieder aus verschiedenen Ländern und Organisationen in der zuständigen Arbeitsgruppe der International Organization for Standardization (ISO). Während des Entwicklungsprozesses wurden demnach 5.974 eingebrachte Kommentare geprüft und fachlich diskutiert. „Standards sorgen auf nationalen wie internationalen Märkten für eine gemeinsame Sprache und stärken damit Vertrauen. In die Revision der ISO 9001 ist auch österreichische Expertise eingeflossen. Damit hat Österreich die Weiterentwicklung eines der weltweit bedeutendsten Standards aktiv mitgestaltet“, sagt Höllinger.
