Fast jedes dritte Familienunternehmen im DACH-Raum musste im Jahr 2025 Umsatzeinbußen hinnehmen – doppelt so viele wie im globalen Durchschnitt. Gleichzeitig sehen 73 Prozent der Betriebe im technologischen Fortschritt das größte Wachstumspotenzial. Das geht aus der zwölften Global Family Business Survey von PwC hervor, für die 1.325 Familienunternehmen aus 62 Ländern befragt wurden, darunter 150 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Raum).
Die wirtschaftliche Lage fällt laut Studie gemischt aus: Während 41 Prozent der befragten Unternehmen ein Umsatzwachstum verzeichneten, geben 30 Prozent Einbußen an. Für die kommenden zwei Jahre rechnen weniger als 60 Prozent mit einem Wachstum – global sind es 73 Prozent. Als größte Herausforderungen nennen die Betriebe den Wettbewerbsdruck (74 Prozent), die Talententwicklung (55 Prozent) und eine hohe Regulierung (34 Prozent). Der Fachkräftemangel bleibe für 61 Prozent der Unternehmen ein zentrales Problem.
Schnelle Entscheidungen als Trumpf
Als zentrale Wettbewerbsvorteile der Familienunternehmen gelten laut Umfrage die langfristige Perspektive und Beständigkeit (74 Prozent), eine starke Mitarbeiterloyalität (72 Prozent) sowie ein stabiles Wertegerüst (65 Prozent). Hinzu kämen eine hohe Agilität und schnelle Entscheidungsfindung (73 Prozent). Diese Stärken müssten durch technologische Innovationen gestützt werden, so die Studie. 73 Prozent der Befragten sehen technologischen Fortschritt als wichtigen Hebel, 71 Prozent Automatisierung – jeweils deutlich über dem globalen Durchschnitt von 65 beziehungsweise 64 Prozent. Allerdings bezeichnen sich nur 24 Prozent der Unternehmen als „Early Adopter“ neuer Technologien.
„Die traditionellen Stärken von Familienunternehmen – Stabilität und Langfristigkeit – werden auf eine harte Probe gestellt. Die Zahlen zeigen aber auch, dass Unternehmen, die nicht länger allein auf das bisherige Kerngeschäft setzen, gestärkt herauskommen können“, sagt Rudolf Krickl, CEO und Family Business Leader von PwC Österreich in Wien
Öffnung für externes Know-how
Um resilienter zu werden, setzten erfolgreiche Unternehmen zunehmend auf gezielte Öffnung. Laut Studie planen 39 Prozent der Befragten aus dem DACH-Raum, die Geschäftsführung um externe Expert*innen zu erweitern. 35 Prozent wollen ihre Kontrollgremien für mehr Diversität anpassen. Gleichzeitig bleibe die Nachfolgefrage ungelöst: Ein Drittel der Unternehmen (34 Prozent) habe keinen klaren Nachfolgeplan, und 44 Prozent gäben an, dass immer weniger Angehörige der jungen Generation bereit seien, die Führung zu übernehmen.
Für die kommenden fünf Jahre stehen laut Umfrage der Aufbau langfristiger Resilienz (90 Prozent), die Steigerung der finanziellen Leistungsfähigkeit (82 Prozent) und die Förderung der digitalen Transformation (82 Prozent) an oberster Stelle.
„Der Wille ist da, entscheidend wird jetzt aber die Umsetzung sein. Die Botschaft an die Unternehmen lautet: Tempo aufnehmen, sich für neue Wege öffnen und die nächste Generation aktiv einbinden“, so Krickl abschließend.