Die Bruttowertschöpfung stieg im II. Quartal um 0,1 Prozent, wie die Statistik Austria mitteilt. Der BIP-Rückgang sei auf einen kräftigen Anstieg der Gütersubventionen bei gleichzeitig markantem Rückgang der Gütersteuern zurückzuführen, erklärt das Wirtschaftsforschungsisntitut (Wifo). Dieser Sondereffekt habe das BIP belastet, ohne dass eine Schwäche der Realwirtschaft dahinterstehe.

Zweiteilung der Branchen setzt sich fort

Angebotsseitig zeigt sich weiterhin ein geteiltes Bild. Die Herstellung von Waren expandierte moderat, während das Bauwesen – abgesehen von einem geringen Wachstum im ersten Quartal 2025 – bereits seit dem vierten Quartal 2020 schrumpft. Nachfrageseitig stand einem deutlichen Zuwachs bei den Ausrüstungsinvestitionen ein erneuter Rückgang der Bauinvestitionen gegenüber. Die Beschäftigung stagnierte im zweiten Quartal nahezu, wie aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung hervorgeht. Die Arbeitslosenquote verharrt bereits seit Juni 2026 auf dem höchsten Stand seit Mitte 2021.

Hitze und Trockenheit belasten Landwirtschaft und Energie

Der trockene und heiße Sommer wirkte sich negativ auf die Landwirtschaft und die Stromerzeugung aus Wasserkraft aus. Die Getreideernte wurde geschmälert, die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging zurück. Der Tourismus profitierte hingegen von einem neuen Nachfragehoch. „Witterungsbedingte Ernteausfälle und die rückläufige Stromerzeugung aus Wasserkraft wirken sich zunehmend auch auf die Preisbildung auf den Märkten aus“, sagt Christian Glocker, Autor des aktuellen Wifo-Konjunkturberichtes.

Inflation zieht wieder an

Die Inflationsrate stieg im August laut Schnellschätzung der Statistik Austria auf 3,2 Prozent (2,9 Prozent laut HVPI). Hauptgrund dafür sind höhere Preise für Treibstoff und Heizöl. Wie schon im Juli lag die Teuerung damit unter dem Durchschnitt des Euro-Raumes. Die Kerninflation blieb darüber.

Vorlaufindikatoren hellen sich deutlich auf

Für die kommenden Monate zeichnet sich eine Konjunkturaufhellung ab. Wichtige Vorlaufindikatoren verbesserten sich im August 2026 auf breiter Front. Der Wifo-Konjunkturklimaindex stieg kräftig, ebenso der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex, der den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2022 erreichte.