Von 22. bis 27. September treffen sich in Shanghai die besten Nachwuchsfachkräfte der Welt zu den WorldSkills. Österreich wird mit 48 Teilnehmenden in 42 Berufen vertreten sein. Das Team tritt in 36 Einzel- und sechs Teamdisziplinen an und stellt damit das größte Aufgebot Europas. Weltweit reisen lediglich China, Brasilien, Taiwan, Korea, Japan und Indien mit größeren Delegationen an.

„Dass Österreich mit dem größten Team Europas nach Shanghai reist, ist ein starkes Signal für die Leistungsfähigkeit unserer Fachkräfte. Hinter jedem einzelnen Teilnehmenden stehen Jahre harter Arbeit, großer Einsatz und unzählige Trainingsstunden. Jetzt geht es darum, gemeinsam als Team Austria aufzutreten und das Beste aus sich herauszuholen“, sagt Josef Herk, Präsident von SkillsAustria in Graz.

Teamgeist als Erfolgsfaktor

Neben der fachlichen Vorbereitung rückt in den Monaten vor den Wettbewerben auch der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft in den Mittelpunkt. Beim zweiten Teamseminar stand daher vor allem das Miteinander der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Fokus.

„Die mentale Belastung vor einem Wettbewerb auf diesem Niveau ist hoch. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, welchen Unterschied es macht, wenn die Teilnehmer ein starkes Team hinter sich spüren. Genau deshalb arbeiten wir daran, dass aus einzelnen Persönlichkeiten eine Einheit entsteht“, erklärt Jürgen Kraft, Geschäftsführer von SkillsAustria in Graz.

Mit gemeinsamen Aktivitäten wie Kochabenden, Mentaltrainings, Kletterparcours und Team-Challenges wurde gezielt am Teamgefüge gearbeitet. Ziel sei es, die Teilnehmenden auch auf die psychischen Anforderungen eines internationalen Spitzenwettbewerbs vorzubereiten.

„Am Ende steht zwar jeder alleine im Bewerb, aber in der Vorbereitung merkt man, wie wichtig ein starkes Team im Hintergrund ist. Der Zusammenhalt gibt Sicherheit – gerade wenn die Nervosität Richtung Shanghai zunimmt“, sagt Valentina Otzelberger, Konditorin aus Leopoldsdorf, die in Wien tätig ist.

Auch andere Teammitglieder sehen den Austausch innerhalb der Mannschaft als wichtigen Bestandteil der Vorbereitung. Grafik-Designer Paul Bürki aus Fürstenfeld verweist auf die gemeinsamen Herausforderungen, die mit dem intensiven Training verbunden sind. Robot Systems Integration-Spezialist Kristijan Hrdzic aus Graz betont die Bedeutung gegenseitiger Unterstützung in Drucksituationen. Ähnlich äußern sich Fliesenleger Andreas Landl aus Wartberg an der Krems, Restaurant-Service-Fachkraft Sarah Schöftner aus Vorderweißenbach, Maschinenbau-CAD-Spezialist Sandro Flatz aus Fussach sowie Verfahrens- und Prozesstechniker Vincent Track aus Breitenbach am Inn.

Internationale Konkurrenz und starke Bilanz

Die WorldSkills gelten als die weltweit größte Leistungsschau beruflicher Qualifikationen für junge Fachkräfte. Österreich kann dabei auf eine langjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Seit dem ersten Antreten im Jahr 1961 belegte die Republik im Medaillenspiegel nie einen schlechteren Rang als Platz zehn.

„Wir wissen, dass die internationale Konkurrenz enorm stark ist. Gleichzeitig wissen wir aber auch, welches Potenzial in unserem Team steckt. Die Teilnahme an den WorldSkills ist bereits eine besondere Auszeichnung – jetzt gilt es, in Shanghai das eigene Können auf den Punkt abzurufen“, sagt Jürgen Kraft.

Bei den vergangenen WorldSkills 2024 in Lyon erreichte Österreich Rang sechs. Insgesamt standen seit 1961 bereits 689 österreichische Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Berufsweltmeisterschaften im Einsatz. Dabei wurden 237 Medaillen sowie 251 sogenannte „Medallions for Excellence“ erzielt.

Über WorldSkills und EuroSkills hinweg umfasst die österreichische Bilanz seit 1962 insgesamt 396 Medaillen sowie 311 „Medallions for Excellence“. Mehrfach wurde Österreich sowohl weltweit als auch auf europäischer Ebene als erfolgreichste Nation ausgezeichnet.