Bis zum Ende dieses Jahrzehnts muss laut einer gemeinsamen Studie von Creditreform Österreich und CH Consult nahezu jedes zweite mittelständische Unternehmen in Österreich eine Nachfolgelösung finden. Besonders betroffen seien Oberösterreich und Salzburg, wo bereits heute mehr als die Hälfte der Betriebe vor einer Übergabe stehe. Der Nachfolgebedarf erstrecke sich über Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen und betreffe damit den gesamten Mittelstand.

Gleichzeitig verändert sich die Art der Unternehmensübergabe. Laut Studie planen bereits 40 Prozent der Unternehmen eine familienexterne Nachfolge – etwa durch den Verkauf an Investoren oder eine Übernahme durch das Management beziehungsweise Mitarbeitende. Familieninterne Übergaben verlieren hingegen an Bedeutung. Dort, wo sie stattfinden, erfolgen sie laut Untersuchung in 80 Prozent der Fälle ohne finanzielle Gegenleistung innerhalb der Familie

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Markt für Unternehmensübernahmen gewinnt an Bedeutung

Nach Angaben der Studienautoren können sich bereits 34 Prozent der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer vorstellen, im Rahmen einer Nachfolge selbst einen Betrieb zu übernehmen. Dadurch könnte der Markt für Unternehmensübernahmen in den kommenden Jahren an Dynamik gewinnen und Unternehmen ohne familieninterne Nachfolge zusätzliche Perspektiven eröffnen.

„Die Unternehmensnachfolge zählt zu den komplexesten Phasen im Lebenszyklus eines Unternehmens. Wer frühzeitig plant – auch mit Unterstützung durch externe Expertise –, schafft die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Generationenwechsel“, sagt Christian Hurek, Partner bei CH Consult in Wien.

Demografischer Wandel erhöht den Handlungsdruck

Die Studienergebnisse decken sich laut den Autoren mit Prognosen der KMU Forschung Austria und der Wirtschaftskammer Österreich. Demnach werden bis 2029 rund 51.000 Arbeitgeberbetriebe eine Nachfolgelösung benötigen. Davon hängen rund 692.000 Arbeitsplätze ab. Anfang 2026 wurde zudem eine Nachfolge-Taskforce des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich und der Jungen Wirtschaft eingerichtet.

Aus Sicht von Creditreform beginnt eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge mehrere Jahre vor der eigentlichen Übergabe. Unternehmensbewertung, Finanzierung sowie rechtliche und steuerliche Fragen sollten frühzeitig vorbereitet werden. „Viele Unternehmer unterschätzen den zeitlichen Vorlauf einer erfolgreichen Nachfolge. Wer erst kurz vor dem Ausstieg mit der Planung beginnt, schränkt seine Handlungsmöglichkeiten deutlich ein. Eine professionelle Vorbereitung und Begleitung des Nachfolgeprozesses erhöht die Erfolgschancen erheblich“, sagt Gerhard M. Weinhofer, Mitglied der Geschäftsleitung bei Creditreform in Wien.