Eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag des Webhosters world4you zeigt ein ambivalentes Bild der österreichischen Unternehmen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) gibt an, im Tagesgeschäft keine Kapazitäten für digitale Vorhaben zu finden. Der Kundenkontakt am Telefon bleibe dabei häufig auf der Strecke, insbesondere bei Ein-Personen-Betrieben oder kleinen Teams, wie es in der Aussendung heißt.
Trotz dieser Herausforderungen zeigen sich die heimischen Betriebe KI gegenüber aufgeschlossen. Rund 48 Prozent bezeichnen sich als optimistisch, was den zweithöchsten Wert im europäischen Vergleich darstellt. Die Zurückhaltung sei laut world4you weniger ein Zeichen von Technikferne, sondern vielmehr von Sorgfalt: Die Unternehmen wägten genau ab, wo Automatisierung sinnvoll ist und wo der persönliche Draht zur Kundschaft unersetzlich bleibt.
Kundennähe als kultureller Faktor
Bei kaum einem anderen Thema liegt Österreich im europäischen Vergleich so weit vorn wie bei der Sorge um den Verlust menschlicher Nähe im Kundenkontakt. 57 Prozent der befragten Betriebe sehen darin eine große oder sehr große Hürde für den KI-Einsatz. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 52 Prozent, in Schweden 46 Prozent.
„In Österreich hat die persönliche Beziehung zum Kunden traditionell einen hohen Stellenwert“, sagt Sandra Trummer-Gabler, Geschäftsführerin von world4you in Linz. „Dass so viele Betriebe hier eine Hürde sehen, ist kein Technologieproblem, sondern eine Kulturfrage. Für uns als österreichischen Anbieter heißt das: KI soll Zeit für den Kunden schaffen, nicht den Kontakt zum Kunden ersetzen.“ Für viele heimische Unternehmen ist die persönliche Beziehung zur Kundschaft demnach ein zentraler Teil ihres Selbstverständnisses und ihres Geschäftsmodells.
Technische Umsetzung ohne IT-Kenntnisse
Der neue KI-Telefonassistent von world4you soll eingehende Anrufe rund um die Uhr entgegennehmen – auch außerhalb der Geschäftszeiten. Auf Basis einer Wissensdatenbank, die sich aus der bestehenden Website und manuell ergänzten Angaben speist, gibt das System Auskunft zu Produkten, Leistungen oder Öffnungszeiten und kann Termine vereinbaren. Nach jedem Gespräch erhält der Betrieb eine schriftliche Zusammenfassung per E-Mail. Erkennt der Assistent ein dringendes Anliegen, leitet er den Anruf nach definierten Regeln an die richtige Person weiter.

Sandra Trummer-Gabler, Geschäftsführerin von world4you in Linz. © world4you
„In Österreich hat die persönliche Beziehung zum Kunden traditionell einen hohen Stellenwert“
Die Einrichtung erfolgt laut Unternehmensangaben ohne eigene IT-Kenntnisse über eine einfache Rufumleitung an eine von world4you bereitgestellte Nummer. Bestehende Verträge oder Telefonanlagen müssen nicht angepasst werden, die gewohnte Geschäftsnummer bleibt erhalten. Begrüßung, Stimme und Gesprächsverlauf lassen sich individuell festlegen.
Datenschutz als zentrales Kriterium
Die Frage der Datensicherheit spielt für den KI-Einsatz in Österreich eine entscheidende Rolle. 54 Prozent der befragten Unternehmen misstrauen KI-Anbietern außerhalb der Europäischen Union, für die Hälfte ist die Sorge vor Datendiebstahl das größte Hindernis. world4you betreibt den KI-Telefonassistenten nach eigenen Angaben DSGVO-konform in zertifizierten Rechenzentren in Europa. Die Gesprächsdaten werden nicht für das Training öffentlicher KI-Modelle verwendet, und zu Beginn jedes Gesprächs weist sich der Assistent als künstliche Intelligenz aus.
Für Trummer-Gabler ist das ein entscheidender Punkt: „Die Österreicher*innen sind Sicherheits-Realisten. Für viele Betriebe ist entscheidend, dass ihre Kundendaten in Europa bleiben und nicht in fremde Modelle einfließen. Genau das können wir als österreichischer Anbieter zusichern.“
Transparente Preise als Entscheidungskriterium
Österreichische Betriebe legen laut Studie besonderen Wert auf nachvollziehbare Kostenstrukturen. Kein anderes Land im europäischen Vergleich räumt diesem Punkt so hohe Priorität ein: Rund 34 Prozent nennen transparente Preise ohne versteckte Kosten als zentrale Anforderung an KI-Lösungen. world4you bietet den Telefonassistenten ab 15. Juli 2026 in mehreren Tarifstufen an.
Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass österreichische Unternehmen aus einer Position der Wahl investieren. 35 Prozent der heimischen Betriebe haben für 2026 ein festes Budget für KI eingeplant, während sich 63 Prozent auch in zwei Jahren ohne KI für wettbewerbsfähig halten.