Künstliche Intelligenz (KI) etabliert sich zunehmend im österreichischen Unternehmensalltag. Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag von World4You nutzt bereits mehr als ein Drittel der befragten Betriebe entsprechende Anwendungen regelmäßig. 35 Prozent der Unternehmen planen zudem, im Jahr 2026 ein fixes Budget für KI-Investitionen bereitzustellen.
Die Erhebung basiert auf einer Befragung von 210 Entscheidungsträger*innen und wurde im Auftrag des Mutterunternehmens Ionos durchgeführt. Sie zeigt, dass digitale Technologien in vielen Betrieben bereits fest verankert sind: Eine eigene Website nutzen 71 Prozent der Unternehmen, professionelle E-Mail-Lösungen kommen bei 61 Prozent zum Einsatz. Digitale Office-Anwendungen wie Microsoft 365 oder Google Workspace werden von 52 Prozent verwendet.
Künstliche Intelligenz etabliert sich im Arbeitsalltag
Insgesamt geben 38 Prozent der befragten Unternehmen an, KI aktiv einzusetzen. 35 Prozent planen laut Studie konkrete Investitionen in diesem Bereich. „KI ist in Österreich kein Zukunftsszenario mehr, sondern Realität. Dass bereits mehr als jeder dritte Betrieb entsprechende Anwendungen nutzt und ein ähnlich hoher Anteil gezielte Investitionen plant, ist ein starkes Signal“, sagt Sandra Trummer-Gabler, Geschäftsführerin bei World4You in Linz.
Ziel sei es, die Nutzung für Unternehmen unterschiedlicher Größen zugänglich zu machen. „Unsere Aufgabe ist es, nun sicherzustellen, dass Unternehmen jeder Größe die Potenziale dieser Technologie einfach und sicher ausschöpfen können, um die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Standorts langfristig abzusichern“, so Trummer-Gabler.
Sichtbarkeit und Sicherheit
Bei der Budgetplanung für 2026 setzen Unternehmen klare Prioritäten im Digitalbereich. 38 Prozent wollen laut Umfrage in ihre Online-Sichtbarkeit investieren, etwa durch Website-Optimierung, soziale Medien oder Online-Marketing. IT-Sicherheit und KI folgen mit jeweils 35 Prozent auf den weiteren Plätzen. Auch die Verlagerung von Geschäftsprozessen in die Cloud bleibt für 27 Prozent der Betriebe ein relevantes Thema.
Rund 30 Prozent der Unternehmen bieten ihre Produkte oder Dienstleistungen derzeit über eigene digitale Kanäle an. Ebenso viele betreiben einen eigenen Webshop.
Zeitmangel und Kosten bremsen Digitalisierung
Trotz der steigenden Bedeutung digitaler Technologien sehen sich viele Betriebe mit strukturellen Hürden konfrontiert. 48 Prozent der Befragten geben an, dass fehlende Zeit im Tagesgeschäft die Umsetzung digitaler Projekte erschwert. Bei Kleinstunternehmen liegt dieser Wert bei 54 Prozent.
Zusätzlich stellen Investitionskosten für 49 Prozent der Unternehmen eine zentrale Herausforderung dar. 51 Prozent nennen bürokratische Anforderungen als Hemmnis. „Gerade bei kleinen Betrieben fehlt es oft nicht am Willen, sondern an finanziellen Mitteln und verfügbarer Zeit. Hier sind einfache, kostengünstige und automatisierte Lösungen gefragt“, sagt Trummer-Gabler.
Das schlägt sich auch im digitalen Vertrieb nieder: Weniger als jedes dritte Unternehmen betreibt aktuell einen eigenen Webshop. Strategische Digitalprojekte würden laut Studie häufig zugunsten des operativen Tagesgeschäfts zurückgestellt.