Fast zwei Drittel der Unternehmen nutzen AI bereits im Arbeitsalltag, nur 14 Prozent steuern aktiv die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. „Der echte Mehrwert von AI entsteht nicht durch die Technologie allein. Entscheidend ist, wie Mitarbeitende sie nutzen – mit Urteilsvermögen und Kreativität“, erklärt Isabella Schleifer, Director bei Deloitte Österreich in Wien.
Mensch-Maschine-Interaktion entscheidend
Die Studie unter 9.000 Führungskräften aus 76 Ländern zeigt, dass Unternehmen die Geschwindigkeit der AI-Integration als Wettbewerbsfaktor erkannt haben. „Sieben von zehn Führungskräften erklären die Steigerung des Tempos und die Erhöhung der Wendigkeit in den nächsten drei Jahren zu ihrer primären Wettbewerbsstrategie. Nun müssen dieser Absichtserklärung auch Taten folgen“, sagt Gudrun Heidenreich-Pérez, Partnerin bei Deloitte Österreich in Wien.
Klare Rahmenbedingungen
Viele Unternehmen verfolgen einen rein technologiezentrierten Ansatz (59 Prozent) und lassen damit Potenziale ungenutzt. Methoden wie „Human-in-the-Loop“ sollen Mensch-Maschine-Interaktion strukturieren. Eine experimentierfreudige Lernkultur kann kontinuierliches Lernen in den Arbeitsalltag integrieren. Schleifer ergänzt, dass klassische Organisationsstrukturen oft zu starr seien und funktionale Silos die Flexibilität bremsen.
Die Studie zeigt auch Defizite bei Datenverantwortung und Governance: Nur fünf Prozent der Unternehmen prüfen aktiv die Zuverlässigkeit und Herkunft von AI-Daten. „Unternehmen müssen Verantwortungen festlegen, die Verlässlichkeit von Daten sichern und Arbeit neu gestalten. Es muss klar definiert werden, in welchen Situationen Algorithmen Entscheidungen treffen können und wann menschliches Eingreifen erforderlich ist“, sagt Heidenreich-Pérez.