Gravel-Bikes sind 2025 die stärkste Wachstumskategorie im D-A-CH-Raum. Mit rund 29.000 verkauften (E-)Gravel-Bikes verzeichnet diese Kategorie ein Plus von 48,3 Prozent; bei nicht elektrischen Modellen liegt der Zuwachs bei 74 Prozent. Die Nachfrage umfasst Männer und Frauen gleichermaßen und erreicht erstmals auch Einsteiger. „Der Gravel-Boom zeigt, wie vielfältig das Fahrrad heute genutzt wird. Menschen suchen Erlebnisse, wollen draußen unterwegs sein, Zeit miteinander verbringen und gleichzeitig sportlich aktiv bleiben“, sagt Hans-Jürgen Schoder, Sprecher der Arge Fahrrad.
Auch Kinderfahrräder legen deutlich zu. Rund 64.000 Räder für Kinder und Jugendliche wurden 2025 verkauft, ein Plus von neun Prozent. Modelle bis 20 Zoll verzeichneten ein Wachstum von 16 Prozent. Besonders rund um das Ostergeschäft zeigte sich eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage. E-Bikes für Trekking und SUV-E-Bikes, die alltagstauglich und vielseitig einsetzbar sind, steigerten sich um 18 Prozent auf rund 101.000 verkaufte Räder.
Fachhandel als zentrale Marktstütze
Der Fachhandel bleibt zentrale Säule des Marktes. Der Absatz an Fachhändler stieg 2025, während Verkäufe über andere Kanäle rückläufig waren. Gerade bei technisch anspruchsvollen Produkten wie E-Bikes ist kompetente Beratung ein entscheidender Faktor. „Wir sehen, dass Kund*innen gezielt Fachkompetenz suchen – sei es beim E-Bike-Kauf oder beim Service in der Werkstatt. Der Fachhandel bleibt ein verlässlicher Ansprechpartner“, sagt Michael Nendwich, Sprecher des Sportartikelhandels bei der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Geschäftsführer des Verbandes Sportartikel und Sportgeräte Österreich (VSSÖ). Die Branche bietet zudem attraktive Perspektiven für Jugendliche, etwa in Berufen wie Fahrradmechatroniker*in oder Sportgerätefachkraft.
Politische Rahmenbedingungen beeinflussen Absatz
Politische Entscheidungen wirken sich unmittelbar auf den Fahrradmarkt aus. Rückgänge bei (E-)Lastenrädern und (E-)Falträdern stehen im Zusammenhang mit reduzierten oder verspäteten Förderprogrammen. So wurden rund 7.000 E-Lastenräder verkauft, davon rund 4.000 für den Kindertransport (-25 %) und 3.000 für Lastentransport (+37 %). Nicht-elektrische Lastenräder gingen um 37 Prozent zurück, Falträder um 57 Prozent. Besonders beim Dienstradleasing zeigen sich regionale Unterschiede: Vorarlberg und Wien verzeichnen eine überdurchschnittliche Nutzung, Oberösterreich und Niederösterreich solide Zahlen, während die Steiermark nur langsam vorankommt.
Für E-Bikes zeigt sich, dass sie in Österreich vor allem in Freizeit und Tourismus eingesetzt werden. Ein ausgebautes Netz sicherer Radwege könnte das Potenzial für Alltagsmobilität deutlich steigern.
Stabiler Markt mit klaren Impulsen
Die Zahlen aus 2025 verdeutlichen einen stabilen Markt mit klaren Wachstumsimpulsen. Trendkategorien wie Gravel-Bikes, hochwertige Kinderfahrräder und SUV-E-Bikes treiben die Nachfrage. Fachhandel, Service und Beratung bleiben entscheidend, während politische Rahmenbedingungen den Absatz und die Nutzung direkt beeinflussen. Mit gezielten Förderstrukturen und ausgebauter Infrastruktur ließe sich das Potenzial für Alltagsmobilität noch stärker nutzen.