„Veränderungen sind stets Herausforderungen, die neue Chancen eröffnen“, wird Jürgen Bauer, Obmann der Wiener Spediteure in der WK Wien, zitiert. Seine Branche habe 1995 gezeigt, wie sich solche Chancen nutzen lassen. Seit 1995 stiegen die Wiener Exporte in EU-Länder von 7,5 auf 20,8 Milliarden Euro. Im selben Zeitraum legte Wien damit stärker zu als Gesamtösterreich. Das Wiener Speditionsgeschäft habe sich in etwa verdoppelt; die Zahl der Spediteure wuchs um 23 Prozent auf 378.

Vom Zollverlust zum Wachstum

Jürgen Bauer, Obmann der Spediteure in der Wirtschaftskammer Wien © Jörg Michner

Jürgen Bauer, Obmann der Spediteure in der Wirtschaftskammer Wien © Jörg Michner

Im ersten Jahr nach dem EU-Beitritt kam es laut Bauer zu deutlichen Umsatzeinbußen, weil das Zollgeschäft – zuvor rund dreißig Prozent des Speditionsgeschäfts – weitgehend wegfiel. Anschließend nutzten die Unternehmen die geografische Lage verstärkt: Mit der EU-Osterweiterung 2004 rückte Wien „vom Rand ins Herz Europas“. Internationale Firmen siedelten Hauptquartiere an; Zentraleuropa-Lager befeuerten zusätzliche Transport- und Logistikaufträge. Heute beschäftigen Speditions- und Logistikunternehmen in Wien fast 3.600 Personen, erwirtschaften gemeinsam rund 3,9 Milliarden Euro Umsatz und eine Bruttowertschöpfung von 400 Millionen Euro.

Dreißig Jahre EU: Standortbilanz der WK Wien

Aus dem EU-Beitritt leitet die WK Wien für den Standort Wien eine positive Bilanz ab: jährlich 95.000 Arbeitsplätze und 6,7 Milliarden Euro Wohlstandsgewinn sowie 3.200 internationale Ansiedlungen mit 5,8 Milliarden Euro Investitionsvolumen. Eine neue Kampagne stellt die Entwicklung von Wohlstand, Arbeitsmarkt und Forschung in den Mittelpunkt und adressiert verbreitete Mythen. Weitere Informationen stellt die WK Wien online bereit.