„Das Arbeitsmarktpotenzial älterer Personen ist unbestritten. Doch obwohl über drei Viertel der Unternehmen die Relevanz dieser Zielgruppe erkennen, spiegelt sich das in den Personalgewinnungsprozessen noch nicht wider“, sagt Elisa Aichinger, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Nur jeder fünfte Betrieb spricht Bewerber*innen über 50 gezielt an.“

Elisa Aichinger, Partnerin bei Deloitte Österreich

Elisa Aichinger, Partnerin bei Deloitte Österreich (C) Deloitte/feelimage

Strategien fehlen, Stereotype bestehen

Fast die Hälfte der Unternehmen beschäftigt ältere Personen vor allem deshalb, weil die Belegschaft insgesamt altert. Nur 26 Prozent ergreifen gezielte Maßnahmen, um Mitarbeitende über 50 langfristig zu halten – etwa durch flexible Arbeitszeiten oder Gesundheitsförderung. Häufig bestehen Vorbehalte gegenüber möglichen gesundheitlichen Einschränkungen oder höheren Kosten.
„Unternehmen schaffen sich einen zentralen Wettbewerbsfaktor, wenn sie die Zielgruppe 50+ proaktiv in ihrer Leistungsfähigkeit unterstützen. Je früher man hier mit maßgeschneiderten Active-Aging-Maßnahmen ansetzt, desto besser“, erklärt Katrin Hintermeier, Expertin für Active Aging und Workforce Sustainability bei Deloitte Österreich.

Katrin Hintermeier, Expertin für Active Aging und Workforce Sustainability bei Deloitte Österreich

Katrin Hintermeier, Expertin für Active Aging und Workforce Sustainability bei Deloitte Österreich (C) Deloitte/feelimage

Digitalisierung als Chance für die Aging Workforce

Viele Betriebe zweifeln an den digitalen Kompetenzen älterer Beschäftigter: 18 Prozent halten deren technisches Know-how für veraltet, ein Viertel befürchtet geringere digitale Fähigkeiten im Vergleich zu Jüngeren. Hintermeier sieht jedoch gerade in Künstlicher Intelligenz (AI) neue Möglichkeiten: „AI kann nicht nur den Arbeitsalltag erleichtern, sondern auch helfen, altersgerechte Arbeitsumfelder zu schaffen und Diskriminierung im Bewerbungsprozess zu reduzieren.“

Zur Studie: Deloitte Aging Workforce Survey 2025