Vom Wachstum profitieren

07.10.2019

 

Infrastruktur, Maschinen, Fahrzeuge - welche Chancen Nigeria heimischen Unternehmen bietet, erklärt Guido Stock, Wirtschaftsdelegierter in Lagos.

Verortet für die österreichische Wirtschaft in Nigeria noch viel Luft nach oben: Guido Stock, Wirtschaftsdelegierter in Lagos.

Verortet für die österreichische Wirtschaft in Nigeria noch viel Luft nach oben: Guido Stock, Wirtschaftsdelegierter in Lagos.

Ende Mai wurde Nigerias Präsident Muhammadu Buhari für eine zweite Regierungsperiode angelobt. Er ernannte ein neues Team anerkannter Wirtschaftsberater, das dazu beitragen soll, das Wirtschaftswachstum zu beschleunigen und mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Und diese werden dringend benötigt. Mehr als 5 Prozent der Bevölkerung Nigerias sind jünger als 20 Jahre. Jedes Jahr streben 4 bis 5 Millionen Jugendliche in den Arbeitsmarkt. Auch der Verfall der Erdölpreise macht dem größten erdölexportierenden Land Afrikas noch immer zu schaffen. Seit dem Jahr 2017 expandiert die Wirtschaft des Landes jedoch wieder. Im letzten Jahr wuchs sie um 2 Prozent. Für heuer wird ein ähnliches Ergebnis erwartet.

Der Bedarf Nigerias, vor allem im Bereich der Entwicklung der Infrastruktur ist enorm – vom Ausbau der Energieversorgung und Gesundheitsversorgung bis zum Straßen- und Eisenbahnbau. Die Wirtschaftspolitik der Regierung Buhari ist darauf ausgerichtet, die Eigenversorgung durch Industrie und Landwirtschaft deutlich zu erhöhen. Zusätzliche Chancen sollte der größten Volkswirtschaft Afrikas das “African Continental Free Trade Agreement“ bieten, dem Nigeria im Juli als einer der letzten der bisher 54 Mitgliedsstaaten beitrat.

Die nigerianische Dangote Gruppe, die auch zu den großen Abnehmern österreichischer Maschinen zählt, verwirklicht derzeit mit der Errichtung der wohl größten Raffinerie der Welt ein Projekt, das die Importabhängigkeit des Landes deutlich reduzieren und das bisherige Rohöl-Exportland Nigeria mit einem Schlag zu einem bedeutenden Verarbeiter von Rohöl machen wird.

Österreichs Exporte nach Nigeria bestehen zum größten Teil aus Maschinen und Spezialfahrzeugen und stiegen im ersten Halbjahr um mehr als 50 Prozent auf rund 46 Mio. Euro. Dabei gibt es für die österreichische Wirtschaft in Nigeria noch viel Luft nach oben. Verstärkte Unterstützung finden heimische Betriebe künftig durch den Ausbau des Afrika-Netzwerks der Aussenwirtschaft Austria im Rahmen der Afrikastrategie.

Veranstaltungstipp: Am 6.11. ist WKÖ-Afrikatag