Der Women in Work Index der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsorganisation PwC analysiert jährlich die Arbeitsmarktsituation von Frauen in den Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die aktuelle Ausgabe für 2026 zeigt für Österreich kaum Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen im Erwerbsleben.

Im internationalen Vergleich liegt Österreich auf Rang 27 von 33 untersuchten Ländern. Laut Index arbeiten hierzulande rund 65 Prozent der Frauen in Vollzeit, während der Anteil bei Männern bei etwa 90 Prozent liegt. Viele Frauen sind zwar erwerbstätig, arbeiten jedoch häufiger in Teilzeit.

Strukturelle Unterschiede im Erwerbsleben

Die stärkere Verbreitung von Teilzeitbeschäftigung bei Frauen kann sich laut Analyse auch auf Karrierechancen auswirken. Teilzeitmodelle würden häufig geringere Aufstiegsmöglichkeiten bieten und könnten sich langfristig auf Einkommen und berufliche Entwicklung auswirken.

Auch bei der Bezahlung bestehen Unterschiede. Der Gender Pay Gap liegt in Österreich laut Index bei 18 Prozent und damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von zwölf Prozent.

„Während Unternehmen mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpfen, gerät Gleichstellung häufiger in den Hintergrund“, sagt Agatha Kalandra, Vorständin bei PwC Österreich in Wien. „Gleichstellung braucht eine klare Verankerung in der Unternehmensstrategie, flexible Arbeitszeitmodelle, neue Führungsformen wie Dual Leadership und angepasste HR-Prozesse im Recruiting und Talent Management.“

Stabile Spitzenplätze im internationalen Vergleich

Die Rangliste des Women in Work Index zeigt seit der COVID-19-Pandemie eine vergleichsweise stabile Entwicklung an der Spitze. Island, Luxemburg und Neuseeland belegen laut PwC bereits zum fünften Mal in Folge die ersten drei Plätze.

Den Angaben zufolge setzen diese Länder verstärkt auf strukturelle Maßnahmen. Dazu zählen etwa flexible Elternzeitmodelle sowie ein breites Angebot an Kinderbetreuung. Solche Rahmenbedingungen könnten es Familien erleichtern, Beruf und Privatleben zu vereinbaren und Erwerbskarrieren fortzuführen.

„Die Erfahrungen der Spitzenländer zeigen klar: Investitionen in strukturelle Maßnahmen wirken. Fehlende Kinderbetreuung, starre Arbeitsmodelle und anhaltende Gehaltsunterschiede verhindern hingegen, dass top ausgebildete Talente voll genutzt werden“, so Kalandra.