85 Prozent der Betriebe verfolgen demnach unverändert einen klaren Sparfokus – das sind um fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 14 Prozent von ihnen haben ein offizielles Sparprogramm installiert, 71 Prozent sparen im laufenden Betrieb. Besonders häufig betroffen von Sparmaßnahmen sind die Bereiche Einkauf, Energiemanagement sowie Kommunikation, Werbung und Events.

Den größten Anteil an Unternehmen im Sparmodus verzeichnen laut Umfrage die wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen – dazu zählen Architekturbüros, Forschung und Entwicklung, Rechts- und Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie Werbung, PR, Marktforschung und Unternehmensberatung. Am häufigsten ohne Sparmaßnahmen kommen demgegenüber Betriebe aus den Sektoren Erziehung und Unterricht (37 Prozent) sowie aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (30 Prozent) aus.

Bonität tendiert Richtung Mittelmaß

Eine Analyse der Ratingklassen aus der KSV1870-Wirtschaftsdatenbank zeichnet ein ähnliches Bild. Zwar befinden sich 87 Prozent der Unternehmen nach wie vor in einer Ratingklasse mit geringem Risiko. Innerhalb dieser Klassen gibt es jedoch Verschiebungen nach unten: Unternehmen aus der zweier Klasse sind in die dreier und vierer Klasse abgerutscht.

„Die Bonität hat sich im Laufe der Krisenjahre tendenziell Richtung Mittelfeld bewegt“, sagt Günther Fasching, Prokurist der KSV1870 Information GmbH in Wien. „Solche Bewegungen sind aufgrund der großen Menge der Unternehmen in unserer Datenbank eher selten und belegen, dass die Wirtschaft unter Druck ist.“

Investitionen: Digitalisierung als wichtigstes Motiv

Lediglich 18 Prozent der Betriebe planen im Jahresverlauf konkrete Investitionen. Für weitere 35 Prozent sind diese eine Frage der wirtschaftlichen Machbarkeit, während 47 Prozent etwaige Investitionen bis Jahresende kategorisch ausschließt. Von jenen Unternehmen, die heuer tatsächlich investieren möchten, sagt nur ein Zehntel, dass sie das „in hohem Ausmaß“ tun wollen. Die deutliche Mehrheit (90 Prozent) spricht von Investitionen in geringem (38 Prozent) oder maximal moderaten Ausmaß (52 Prozent).

Auf die Frage nach den wichtigsten Motiven für Investitionen haben 59 Prozent die Digitalisierung beziehungsweise die Implementierung von Künstlicher Intelligenz auf Platz eins gesetzt. „Auch wenn Österreichs Unternehmen derzeit nur in bescheidenem Ausmaß investieren, lässt sich zumindest ein klarer Fokus erkennen“, so Fasching. Darüber hinaus wird aktuell am ehesten in Maßnahmen zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit (34 Prozent) investiert. An dritter Stelle folgen „Reine Ersatzinvestitionen“ (31 Prozent), die getätigt werden müssen, weil bisherige Lösungen nicht mehr funktionieren.

Cashflow gewinnt an Bedeutung für Finanzierung

Nach wie vor wird ein Großteil der Investments in Österreich aus Eigenmitteln (68 Prozent) finanziert. Auffallend ist jedoch, dass die Finanzierung mittels Cashflows in den vergangenen zwölf Monaten um neun Prozentpunkte auf 46 Prozent zugelegt hat. Überdurchschnittlich häufig wird diese Finanzierungsart in der Gastronomie und Beherbergung (56 Prozent) gewählt. Bankkredite liegen mit 22 Prozent auf Rang drei.

Die aktuelle Umfrage zeigt einmal mehr, dass die deutliche Mehrheit auf einen Kreditantrag verzichtet – lediglich neun Prozent haben einen solchen für 2026 fest eingeplant. Weitere 15 Prozent haben in dieser Frage noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Zwei Drittel der Befragten bewerten den Prozess der Kreditaufnahme als unverändert schwierig.