Seit dem Inkrafttreten der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sind große Unternehmen verpflichtet, umfassende Daten zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (ESG) offenzulegen. Diese Anforderungen werden entlang der Lieferkette weitergegeben und betreffen damit zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Obwohl viele KMU derzeit noch keiner direkten gesetzlichen Berichtspflicht unterliegen, steigt der Druck zur Bereitstellung entsprechender Daten. So würden laut Unternehmensangaben Banken Finanzierungen zunehmend an Nachhaltigkeitskennzahlen knüpfen, während auch bei Förderungen und Ausschreibungen vermehrt ESG-Daten gefordert werden.
Wachsende Anforderungen entlang der Lieferkette
Für viele Betriebe stellt dabei vor allem die Datensammlung eine Herausforderung dar. Informationen aus unterschiedlichen Bereichen wie Einkauf, Energie, Fuhrpark oder Produktion liegen häufig in Excel-Listen, E-Mails oder dezentralen Ablagesystemen vor. Während größere Unternehmen eigene ESG-Teams aufbauen, fehlen kleineren Betrieben oft die entsprechenden Ressourcen.
„Das kostet Zeit, Geld und Energie – Ressourcen, die eigentlich dort gebraucht werden, wo Nachhaltigkeit wirklich entsteht: in konkreten Maßnahmen statt administrativen Abläufen“, sagt Simon Rauscher, Co-Founder von Aitark in Graz.
Plattform bündelt und strukturiert Nachhaltigkeitsdaten
Das Start-up aitark hat nach eigenen Angaben eine Software entwickelt, die genau an diesem Punkt ansetzt. Die Plattform soll Nachhaltigkeitsdaten zentral bündeln, automatisch strukturieren und entlang gängiger Standards aufbereiten. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz werden Daten plausibilisiert und ausgewertet.
Die Software unterstütze Unternehmen dabei, Handlungsfelder zu identifizieren und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Schritt für Schritt würden Betriebe durch den Prozess der Datensammlung geführt, so das Unternehmen. „Weniger Aufwand, weniger Fehler und weniger Kosten für Nachhaltigkeitsberichte. Und mehr Zeit für echte Nachhaltigkeitsmaßnahmen“, so Rauscher.
Lösung für KMU ohne eigene ESG-Abteilung
Das Produkt wurde laut Unternehmen gezielt für KMU entwickelt. Ziel sei es, Nachhaltigkeitsberichterstattung auch ohne spezialisierte Abteilungen umsetzbar zu machen. Die Anwendung soll darüber hinaus auch Anforderungen wie ISO-Zertifizierungen oder den digitalen Produktpass unterstützen.
Gegründet wurde Aitark von Jakob Gmoser, Simon Rauscher und Ludwig Thier in Graz. Nach rund zwei Jahren Entwicklungszeit steht die Software nun als marktreifes Produkt zur Verfügung.