Zum Halloween-Anlass stellt Hogan Assessments drei zugespitzte Führungstypen vor: den „Rampenlicht-Vampir“, die „Mikromanagement-Mumie“ und den „Gefälligkeitsgeist“. Dahinter stehen Verhaltensweisen, bei denen ursprünglich hilfreiche Eigenschaften zum Problem werden können – etwa, wenn Begeisterungsfähigkeit in Selbstdarstellung umschlägt oder hohe Qualitätsansprüche zu ständiger Kontrolle führen.
Hogan bezeichnet solche Muster als „Derailer“, also Verhaltensweisen, die den Führungserfolg gefährden können. Laut dem Unternehmen treten sie besonders unter Druck, bei Stress oder bei übermäßiger Selbstzufriedenheit hervor. „Problematisches Führungsverhalten entsteht häufig dann, wenn eigentlich positive Eigenschaften übertrieben werden und ins Gegenteil umschlagen. Wer diese Muster frühzeitig erkennt, kann verhindern, dass sie sich negativ auf die Teamleistung auswirken“, sagt Jackie Sahm, Vice President Integrated Solutions bei Hogan Assessments.
Wenn Charisma zur Selbstdarstellung wird
Führungskräfte, die andere mitreißen und Diskussionen beleben, können einem Team wichtige Impulse geben. Problematisch werde es laut Hogan dann, wenn der Wunsch nach Aufmerksamkeit zunehmend die Gespräche bestimmt. Wer jede Besprechung auf die eigene Person lenkt, lässt anderen weniger Raum für ihre Ideen.
Den als „Rampenlicht-Vampir“ beschriebenen Typus verbindet Hogan mit einem übersteigerten Geltungsbedürfnis. „Wird es nicht bewusst gesteuert, kann sich der Wunsch einer Führungskraft, gesehen, gehört und bewundert zu werden, von mitreißender Ausstrahlung in ablenkende Selbstdarstellung verwandeln“, erklärt Sahm. Die anfängliche Begeisterung könne dadurch einer Zusammenarbeit weichen, in der einzelne Stimmen kaum noch gehört werden.
Wenn Genauigkeit in Mikromanagement umschlägt
Ein zweites Muster betrifft den Umgang mit Qualität und Kontrolle. Sorgfalt und ein gutes Auge für Details können zu guten Ergebnissen beitragen. Werden jedoch jede Aufgabe erneut geprüft, Präsentationen wiederholt überarbeitet und bereits delegierte Arbeiten zurückgeholt, kann das die Eigenständigkeit der Beschäftigten einschränken.
Hogan beschreibt diese Tendenz als übertriebenen Perfektionismus und veranschaulicht sie mit der „Mikromanagement-Mumie“. „Doch wenn der Perfektionismus überhandnimmt, fühlen sich Mitarbeitende ständig kontrolliert und bevormundet. Sie haben das Gefühl, dass ihnen niemand etwas zutraut, und können immer weniger eigenständig arbeiten“, sagt Sahm. Zugleich bestehe das Risiko, dass sich Führungskräfte in Einzelheiten verlieren und strategische Aufgaben aus dem Blick geraten.
Wenn Harmonie klare Entscheidungen verhindert
Hilfsbereitschaft und Loyalität können ebenfalls problematische Formen annehmen. Wer Konflikte grundsätzlich vermeidet und niemanden enttäuschen möchte, schiebt möglicherweise notwendige Gespräche oder unangenehme Entscheidungen auf. Aus dem Wunsch nach einem guten Miteinander werde dann eine Hemmschwelle, anderen zu widersprechen.
Beim „Gefälligkeitsgeist“ spricht Hogan von Gefallsucht. „Führungskräfte, denen es übermäßig wichtig ist, anderen zu gefallen, haben häufig Schwierigkeiten, schlechte Entscheidungen infrage zu stellen, konstruktives Feedback zu geben oder sich in entscheidenden Momenten für ihr Team einzusetzen“, erläutert Sahm. Die ständige Suche nach Zustimmung könne dazu führen, dass dem Team klare Orientierung fehlt.
Gemeinsam ist den drei beschriebenen Mustern, dass eine grundsätzlich hilfreiche Eigenschaft überhandnimmt. Nach Einschätzung von Hogan kann dies Vertrauen und Teamleistung beeinträchtigen. Entscheidend sei deshalb, das eigene Verhalten regelmäßig zu hinterfragen und problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
