Deutschland bleibt wichtigster Messeplatz

28.11.2005

Wolfgang Weninger von GISI Messeconsult GmbH, Vertretung der Deutschen Messe AG für Österreic, über Fachmessen und den Abschied von der Produktpräsentation.

die wirtschaft: Stellen Sie einen Trend zur Spezial-Fachmesse statt?

Wolfgang Weininger: Absolut. Während die Leitmessen in den verschiedenen Branchen grundsätzlich auch an Terrain verloren haben, müssen die anderen Konkurrenzmessen in derselben Branche, die dann auch mehr regionalen Charakter haben, teils dramatische Einbrüche hinnehmen. In der IT-Branche z.B. weist die CeBIT als Leitmesse 2005 schon keine Rückgänge mehr auf, wobei die Systems in München ihre Ausstellerschaft fast halbiert hat. Das heißt, bei schwächeren Konjunkturzyklen können die Leitmessen im Regelfall gegenüber den anderen Konkurrenzmessen weiter an Bedeutung zu legen.

die wirtschaft: Wie groß ist die Bedeutung der Messe für Produktpräsentationen?

Weininger: Die Praxis zeigt uns, dass Messen kaum mehr zur Produktpräsentation genützt werden. Diese Funktion haben bereits die "Neuen Medien" sprich das Internet übernommen. Trotzdem wird das Medium Messe immer Bedeutung haben als Plattform, wo man Trends erkennt, die Konkurrenz sieht, aus Imagegründen hingeht, oder sich ganz einfach individuelle Lösungsansätze für die eigenen Probleme holen kann. Ganz wesentlich ist für einen Aussteller die Vor- und Nachbearbeitung einer Messe.

die wirtschaft: Welche Unterstützung bieten Sie den Ausstellern an?

Weininger: Die Deutsche Messe AG verfügt über Auslandsbüros in 60 Ländern der Welt, die dem Kunden schon bei der Auswahl der richtigen Messe, bis hin zur Betreuung während der eigentlichen Veranstaltung behilflich sind. Auch werden viele Messeveranstalter bald in der Lage sein, dem Aussteller mehr Details über den Besucher und seine Absichten zu berichten. So wird in Zukunft ein stärkerer Informationsaustausch zwischen dem Veranstalter und seinen Kunden, dem Aussteller und dem Besucher, stattfinden.

die wirtschaft: Wie bedeutend ist der Messeplatz Deutschland für österreichische Aussteller?

Weininger: Weltweit gibt es rund 150 Leitmessen - rund 100 davon werden in Deutschland abgehalten. Man sieht also, dass das Messewesen in Deutschland beheimatet ist. Obwohl durch die Rezession im Heimmarkt die deutschen Messen ohne Zweifel auch gelitten haben, werden in Zukunft die Messen in Deutschland ihre Bedeutung beibehalten. Es wird aber verstärkt zu Allianzbildungen unter den Messeveranstaltern kommen.

die wirtschaft: Die wichtigsten deutschen Messen?

Weininger: Die wichtigsten Messen für Österreich in Hannover sind: Hannover Messe (90 Aussteller), CeBIT (45 Aussteller), Ligna (90 Aussteller), Agritechnica (40 Aussteller), EMO (25 Aussteller), Interschutz (30 Aussteller), Domotex (20 Aussteller), etc. Nachdem es sich hier jeweils um Leimessen handelt, sind auch die Zahlen der österreichischen Teilnehmer relativ konstant geblieben. Österreich zählt somit zu den 10 wichtigsten Ausstellernationen am Messeplatz Hannover.
(12/05)