Die Innovationsaktivität in Österreich hat im Jahr 2025 wieder zugelegt. Insgesamt wurden 2.253 europäische Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt eingereicht. Das entspricht einem Anstieg von 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert eine Rückkehr zum Wachstum nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen.
Auch auf internationaler Ebene bleibt Österreich gut positioniert. Im globalen Vergleich liegt das Land auf Platz 16, innerhalb der Europäischen Union auf Rang zehn. Mit 245 Patentanmeldungen pro eine Million Einwohner erreicht Österreich zudem weltweit Platz acht und bestätigt damit seine hohe Innovationsleistung im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße.
Technologiefelder im Wandel
Der stärkste Technologiebereich bleibt Elektrische Maschinen, Apparate und Energie mit 223 Anmeldungen. Dahinter folgen Bauwesen mit 157 sowie sonstige Spezialmaschinen mit 155 Anmeldungen. Während der führende Bereich einen Rückgang von 19,2 Prozent verzeichnete, legten andere Segmente deutlich zu.
Zu den wachstumsstarken Bereichen zählen sonstige Spezialmaschinen mit einem Plus von 37,2 Prozent, Messtechnologien mit 34,2 Prozent sowie Werkstoffe und Metallurgie mit 32,1 Prozent. Auch Medizintechnik und Fördertechnik entwickelten sich positiv. Diese Entwicklung deutet auf eine starke Position Österreichs in industrieller Innovation und im Engineering hin.
Regionale Schwerpunkte bleiben stabil
Die Patentaktivitäten konzentrieren sich weiterhin auf wenige Regionen. Wien führt mit 550 Anmeldungen und einem Anteil von 24,4 Prozent. Dahinter folgen Oberösterreich mit 449, die Steiermark mit 352 und Vorarlberg mit 302 Anmeldungen. Zusammen entfallen auf diese vier Regionen rund 73 Prozent aller österreichischen Patente.
Weitere Zuwächse verzeichneten Salzburg, Tirol und das Burgenland, während Kärnten einen deutlichen Rückgang meldete. Auf Stadtebene gehört Wien zu den 50 wichtigsten Innovationsstandorten weltweit und ist die einzige österreichische Stadt in diesem Ranking.
Industrieunternehmen prägen Patentlandschaft
Zu den aktivsten Anmeldern zählt weiterhin Borealis mit 173 Patentanmeldungen. Dahinter folgen Voestalpine, Julius Blum, Tridonic und AMS-Osram. Viele dieser Unternehmen sind in den Bereichen industrielle Fertigung, Energie und Elektronik tätig. Laut dem Europäischen Patentamt sind Patentanmeldungen ein wichtiger Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung. Insgesamt wurden 2025 erstmals mehr als 200.000 Anmeldungen registriert.
„Die Rekordzahl an Patentanmeldungen unterstreicht die Innovationskraft Europas und seine Attraktivität als globaler Technologiemarkt“, sagt António Campinos, Präsident beim Europäischen Patentamt in München. Das Dashboard zeige, in welchen Industrien Fortschritte erzielt wurden und wo weiterer Handlungsbedarf bestehe. Auch das Einheitspatent gewinnt an Bedeutung. Österreichische Patentinhaber beantragten 2025 für 52,5 Prozent ihrer erteilten europäischen Patente diesen einheitlichen Schutz. Damit liegt Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt.