Zollchaos, politische Spannungen, schwankende Märkte, steigende Kosten. Kaum ist eine Herausforderung halbwegs im Griff, kommt schon die nächste. Das alles trifft auf eine Gemengelage aus überbordender Bürokratie, steigenden Kosten, Fachkräftemangel und massiven Veränderungen durch Digitalisierung und KI. Viele Unternehmer*innen befinden sich in einer Art Dauer-Ausnahmezustand. Entscheidungen müssen schneller getroffen werden, während gleichzeitig die Planbarkeit sinkt. Wer heute einen Betrieb führt, muss täglich Kurs halten, in stürmischer See.
KMU besonders betroffen
Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen ist die Verantwortung unmittelbar spürbar. Ob Tischlerbetrieb, Werkstatt, Gastronomiebetrieb oder Bauunternehmen, am Ende liegt vieles bei einer Person: bei der Inhaberin oder beim Geschäftsführer.
„Führung findet heute oft unter Bedingungen statt, die sich sehr schnell verändern“, sagt Vladimir Preveden, Vortragender der WU Executive Academy, der sich seit vielen Jahren mit resilienter Führung beschäftigt. „Gerade deshalb brauchen Führungskräfte Werkzeuge, um trotz Unsicherheit einen klaren Kopf zu behalten.“
Unternehmerinnen und Unternehmer stehen täglich vor ganz konkreten Fragen: Soll ich investieren oder abwarten? Wie gehe ich mit steigenden Kosten um? Wie halte ich mein Team zusammen?
„In solchen Situationen entscheidet sich, wie stabil ein Unternehmen wirklich ist“, sagt Preveden. „Resilienz bedeutet nicht, dass man keine Krisen erlebt. Resilienz bedeutet, dass man trotz Krisen handlungsfähig bleibt und sich auf Chancen ausrichtet.“

Vladimir Preveden
„Resilienz bedeutet, dass man trotz Krisen handlungsfähig bleibt und sich auf Chancen ausrichtet.“
Handlungsfähig bleiben, wenn die Lage unklar wird
Resilienz ist ein Begriff, der in den letzten Jahren häufig verwendet wird und dadurch bereits ein wenig abgenutzt ist. In der Praxis bedeutet er aber etwas sehr Konkretes: auch unter schwierigen Umständen handlungsfähig zu bleiben. Ein resilientes Unternehmen kann Rückschläge verkraften, sich an Veränderungen anpassen und trotzdem weiterarbeiten. Dabei geht es nicht nur um die persönliche Belastbarkeit der Unternehmerin oder des Unternehmers.
„Resilienz entsteht auf mehreren Ebenen“, erklärt Preveden. „Die Führungskraft muss stabil bleiben, das Team muss mit Unsicherheit umgehen können, und auch das Unternehmen selbst muss so organisiert sein, dass es unerwartete Veränderungen verkraftet.“
Nur wenn diese drei Ebenen zusammenspielen, entsteht ein Betrieb, der auch in schwierigen Zeiten Kurs halten kann.
„Führungskräfte brauchen einen strategischen Rahmen und ein lösungsorientiertes Mindset, um trotz Unsicherheit einen klaren Kopf zu behalten.“
Vladimir Preveden
Wie baut man Widerstandskraft auf?
Resilienz entsteht nicht über Nacht. Sie entwickelt sich durch Entscheidungen im Alltag und durch eine bewusste Art zu führen. Einige Ansätze helfen besonders dabei, den Betrieb stabiler aufzustellen.
Den Überblick behalten: Gerade in turbulenten Zeiten ist es wichtig, regelmäßig einen Schritt zurückzutreten. Was ist wirklich entscheidend für den Betrieb? Wo liegen die größten Risiken?
Resiliente Unternehmen denken in Szenarien und richten sich in einer sich laufend wandelnden Welt kontinuierlich auf Chancen aus. Sie überlegen sich frühzeitig, welche Wege möglich sind, wenn sich Rahmenbedingungen verändern.
Entscheidungen strukturieren: Unter Druck werden Entscheidungen oft schneller getroffen, aber nicht unbedingt besser. Voraussicht und klare Entscheidungsregeln helfen, auch schwierige Situationen ruhiger zu beurteilen.
Das Team einbinden: Unsicherheit überträgt sich schnell auf Mitarbeitende. Wer offen kommuniziert und Orientierung gibt, stärkt Vertrauen und Stabilität im Betrieb.
Eigene Energie im Blick behalten: Viele Unternehmer*innen arbeiten seit Jahren im Dauerstress. Doch wer dauerhaft im Alarmmodus ist, verliert langfristig Klarheit.
„Resiliente Führung bedeutet nicht, jede Krise perfekt zu meistern“, sagt Vladimir Preveden. „Es bedeutet, voraussichtig zu agieren und auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn sich die Rahmenbedingungen ständig verändern und von Chancen einer sich wandelnden Welt zu profitieren.“
Ein Schuss Resilienz für KMU
Genau hier setzt eine neue kompakte Online-Seminarreihe an, die sich speziell an Unternehmerinnen und Unternehmer richtet. Unter dem Titel „Mahlzeit! – Die Mittagsstunde mit Mehrwert“ startet Die Wirtschaft in Kooperation mit der WU Executive Academy eine neue Veranstaltungsreihe für KMU. In kurzen Online-Mittags-Sessions erhalten Unternehmer*innen konkrete Impulse und Werkzeuge für ihren Führungsalltag und können konkrete Fragen stellen. Eine halbe Stunde, die sich wirklich auszahlt.
Für die erste Ausgabe ist es uns gelungen, Vladimir Preveden als Vortragenden zu gewinnen. Der Resilienzexperte zeigt, wie Unternehmer*innen auch unter Druck klar entscheiden und ihr Unternehmen stabil durch unsichere Zeiten führen können. Die Teilnahme ist kostenlos.
Mahlzeit! – Die Mittagsstunde mit Mehrwert

Die Wirtschaft und die WU Executive Academy laden Sie herzlich zum Auftakt einer neuen Lunch-Talk-Serie ein – mit relevanten Impulsen für Unternehmerinnen und Führungskräfte.
Resilienzexperte Vladimir Preveden zeigt, wie Unternehmerinnen und Unternehmer auch unter Druck handlungsfähig bleiben und ihr Unternehmen stabil führen.
Termin: 2. Juni 2026, 12:30 bis 13:00 Uhr, Online (Zoom)
Thema: Klar entscheiden in unsicheren Zeiten
Anmeldung: hier (Die Teilnahme ist kostenlos)
Der Vortragende
Dr. Vladimir Preveden ist Experte für strategische Unternehmenstransformation und hat in dieser Funktion bereits über 240 Unternehmen in der DACH-Region und in Mittel- und Osteuropa beraten. Nach 20 Jahren bei Roland Berger, größtenteils in leitenden Positionen, leitet er nun sein eigenes Unternehmen, VP Strategy. Sein Fokus liegt auf der strategischen Transformation von Unternehmen. Darüber hinaus unterstützt er als Senior Associate (Teilzeit) das Institut für Internationales Business (Team Nell) und die Initiative „Hauptsitz in Österreich“ der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien). Er lehrt außerdem an der WU Wien und der WU Executive Academy zu den Themen strategische Transformation, Nachhaltigkeit und strategische Resilienz. Sein neuestes Buch „Nachhaltigkeit als strategischer Wettbewerbsvorteil“ ist bei Springer Gabler erschienen.