Die Arbeitswelt steht 2026 im Zeichen einer engeren Verzahnung von Mensch und Maschine. Wie Cornerstone mit Sitz in Düsseldorf mitteilt, reiche der bloße Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) jedoch nicht aus, um wirtschaftliche Effekte zu erzielen. Entscheidend sei, ob Unternehmen ihre Skill-Daten systematisch erfassen, verknüpfen und in Geschäftsprozesse integrieren.
Datenerhebungen des Anbieters von cloud-basierten Talent- und Lernmanagement-Lösungen zeigen demnach: Erst wenn menschliche Fähigkeiten und KI-gestützte Funktionen gezielt kombiniert werden, entstehe ein messbarer Mehrwert für Beschäftigte und Organisationen.
HR und IT rücken zusammen
Mit der wachsenden Verbreitung KI-gestützter Anwendungen etabliert sich eine hybride Arbeitswelt, in der Menschen und digitale Assistenten parallel agieren. Damit diese Zusammenarbeit produktiv funktioniert, müssten Personal- und IT-Abteilungen enger kooperieren, so Cornerstone.
Während HR strukturierte Informationen zu Skills, Lernerfahrungen und Leistungsdaten bereitstelle, liefere die IT den Arbeitskontext aus Kollaborations- und Produktivitätsumgebungen. Erst durch die Zusammenführung dieser Daten entstehe ein durchgängiger Produktivitätspfad.
Eine Umfrage des IT-Unternehmens Nexthink unter 1.100 IT-Führungskräften bestätigt diese Einschätzung: 92 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass eine stärkere Verzahnung von HR und IT Produktivität, Zufriedenheit und Engagement der Mitarbeitenden steigert.
Ohne Kontext kein KI-Mehrwert
Trotz milliardenschwerer Investitionen erzielen laut der Boston Consulting Group derzeit nur rund fünf Prozent der Unternehmen einen spürbaren wirtschaftlichen Effekt durch KI. Cornerstone führt dies vor allem auf fehlenden Kontext zurück.
KI-Systeme könnten nur dann relevante Empfehlungen geben oder Aufgaben übernehmen, wenn klar sei, welche Tätigkeiten Mitarbeitende ausführen und über welche Kompetenzen sie verfügen. Unternehmen benötigten daher transparente Skill-Profile, klare Verantwortlichkeiten, verlässliche Governance-Strukturen sowie eine enge Anbindung der KI an operative Geschäftsprozesse.
Skills als strategische Steuerungsgröße
Nach Einschätzung von Cornerstone entwickeln sich Skills 2026 zum zentralen Hebel für Personalentwicklung, Workforce-Planung und Automatisierung. Der technologische Wandel verkürze die Halbwertszeit bestehender Kompetenzen, neue Rollen entstünden, bestehende Tätigkeitsprofile veränderten sich grundlegend.
Der Handlungsdruck ist laut den vorliegenden Zahlen hoch: 35 Prozent der Unternehmen berichten von deutlichen Skill-Lücken, 55 Prozent von punktuellen Defiziten. Lediglich zehn Prozent sehen aktuell keinen akuten Bedarf.
Technische und menschliche Kompetenzen
Mit der zunehmenden Integration von KI verschwimmen die Grenzen zwischen technischen und nicht-technischen Berufen. KI-Kompetenzen würden in nahezu allen Rollen erwartet, gleichzeitig gewännen menschliche Fähigkeiten wie Empathie, Kommunikationsstärke und Urteilsvermögen an Bedeutung.
Cornerstone verweist auf deutliche Nachfragezuwächse bei einzelnen Kompetenzen: KI- und Machine-Learning-Skills (ML) verzeichneten einen Anstieg von 245 Prozent. Bei pädagogischen Fachkräften liege der Zuwachs an KI-Kompetenzen bei 278 Prozent. Auch emotionale Intelligenz gewinne mit einem Nachfrageplus von 95 Prozent deutlich an Relevanz.
Lernen wird Teil des Arbeitsflusses
Ein weiterer Trend betrifft die Integration von Lernen in den Arbeitsalltag. Lerninhalte würden zunehmend direkt in den jeweiligen Arbeitskontext eingebettet, Produktivitätsdaten wandelten sich zu Learning-Daten. KI könne Anwendungserfolge in Echtzeit messen und Weiterbildungsmaßnahmen unmittelbar mit Geschäftsergebnissen verknüpfen, so das Unternehmen.
Weiterbildung werde damit zum kontinuierlichen Bestandteil der täglichen Arbeit und lasse sich erstmals systematisch mit Leistungskennzahlen verbinden.