Während 53 Prozent der Österreicher*innen generative Künstliche Intelligenz (KI) zumindest einmal genutzt haben, steht ein Drittel der Technologie neutral gegenüber. 37 Prozent bewerten KI positiv, 26 Prozent eher negativ. Das geht aus dem aktuellen Internet-Kompass von world4you hervor, der in Zusammenarbeit mit YouGov erstellt wurde.

Generation Z deutlich aktiver

Besonders stark ausgeprägt sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen haben 77 Prozent bereits generative KI genutzt. 55 Prozent dieser Altersgruppe stehen der Technologie positiv gegenüber. Bei den über 55-Jährigen liegt die Nutzung hingegen bei 36 Prozent, die positive Einstellung bei 26 Prozent.

Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Differenzen: 43 Prozent der Männer bewerten KI positiv, bei den Frauen sind es 31 Prozent. Bei der tatsächlichen Nutzung liegen beide Geschlechter jedoch näher beieinander. 56 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen haben generative KI zumindest ausprobiert.

Regelmäßige Nutzung bleibt Ausnahme

Trotz der vergleichsweise hohen Bekanntheit und Experimentierfreude hat sich KI bislang nicht als fester Bestandteil des Alltags etabliert. Neun Prozent der Befragten nutzen die Technologie regelmäßig. 45 Prozent geben an, KI lediglich ausprobiert und danach nicht weiterverwendet zu haben. Auch im beruflichen Kontext bleibt der Einsatz überschaubar: Drei Prozent setzen KI überwiegend im Job ein, 13 Prozent hauptsächlich privat.

Hemmnisse sind laut Studie vor allem fehlender Bedarf und Unsicherheit. 48 Prozent der Nicht-Nutzenden sehen keinen konkreten Nutzen, 32 Prozent wissen nicht, wofür sie KI einsetzen sollen. 33 Prozent geben an, der Technologie grundsätzlich zu misstrauen.

„Die Ergebnisse zeigen ganz klar: Die Neugier der Österreicher*innen ist geweckt, aber der ‚Praxis-Funke‘ springt noch zu langsam über. Viele sehen KI gegenwärtig noch als interessante Spielerei denn als echten Problemlöser. Unsere Aufgabe als Technologiebranche ist es nun, vom Hype zur Anwendung zu kommen und konkrete Use-Cases aufzuzeigen und diese auch in die bestehenden Arbeitsabläufe und Prozesse integrierbar zu machen, damit Vertrauen entsteht. Dann wird aus dem ‚Mal ausprobieren‘ zunehmend ein echter Mehrwert für den digitalen Alltag und den Wirtschaftsstandort Österreich“, sagt Sandra Trummer-Gabler, Geschäftsführerin bei world4you in Linz und Wien.

Studie mit 2.005 Befragten

Für den Internet-Kompass wurden im September 2025 insgesamt 2.005 Personen ab 18 Jahren vom Marktforschungsunternehmen YouGov online befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend gewichtet. Laut den Studienverantwortlichen sind die Ergebnisse repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 18 Jahren.