Steil nach oben

Preissteigerungen
17.10.2022

Die Preise vieler Produkte sind in den vergangenen Monaten gewaltig gestiegen. Zahlen, Daten und Fakten im Überblick
Inflationsrate in Österreich von September 2021 bis September 2022

Preise steil nach oben

Teuerungen für Konsumenten
Im September 2022 stiegen die Verbraucherpreise in Österreich um 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit erreichte die Jahresteuerung den höchsten Stand seit Juli 1952. Hauptverantwortlich für den Anstieg der Verbraucherpreise:
• Teuerungen bei Haushaltsenergie
• hohe Treibstoffpreise
• Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln und Gastronomie

Preissteigerungen für Unternehmen
Im August 2022 erreichte der Erzeugerpreisindex für den produzierenden Bereich laut Statistik Austria 122,4 Punkte (2021=100) und stieg somit um 21,3 % gegenüber August 2021. Die Preise für Vorleistungsgüter verzeichneten im August einen Anstieg von 14,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Maßgeblich verantwortlich dafür waren steigende Preise in den Bereichen:
• Metallerzeugung und -bearbeitung (+24,7 %)
• Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+29,2 %)
• Nichteisen-Metalle und Halbzeug (+24,4 %)
• sonstige Erzeugnisse der ersten Bearbeitung von Eisen
und Stahl (+10,2 %)

Baukosten gehen steil nach oben

Wo die Wirtschaft wächst
Trotz der Preissteigerungen setzt sich das Wachstum in Industrie und Bau laut Statistik Austria Analyse vom September im Juli gedämpft fort. Der Umsatzindex dieser Bereiche legte sowohl für die Industrie (+18,8 %) als auch für den Bau (+4,2 %) abermals zu. Insgesamt lag der Umsatzindex für Industrie und Bau im Juli 2022 31,3 % über dem Vorkrisenniveau vom Juli 2019.

Außenhandel über Vorkrisenniveau
Der Außenhandel erzielte im Zeitraum Jänner bis Mai 2022 ein deutliches Plus von 23,7 % importseitig und 18,9 % exportseitig gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode. Betrachtet man das Vorkrisenjahr 2019 als Basis, so zeigt sich, dass sich im Mai 2022 sowohl Import mit +33,1 % als auch Export mit +25,9 % gegenüber dem entsprechenden Vergleichsmonat 2019 sehr positiv entwickelten. Ein Gutteil der Steigerungen bei den Außenhandelswerten geht dabei auf die Import- und Exportpreise zurück. So legte der Wert der Gasimporte in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres um 251,0 % zu, während die importierte Menge um 23,6 % zurückging. Besonders kräftig stieg hierbei der Wert der Gasimporte aus Russland mit 272,2 %, während die importierte Menge im selben Zeitraum um 25,8 % geringer ausgefallen ist.

wenn der Kuckuck pickt

Insolvenzen steigen
Laut aktueller KSV1870- Hochrechnung waren in den ersten neun Monaten 2022 in Österreich 3.482 Unternehmen (+92 % gegenüber 2021) von einer Insolvenz betroffen – das entspricht rund 13 Firmenpleiten pro Tag. Die meisten Insolvenzen verzeichnen die Branchen:
• Handel & Instandhaltung/Reparatur von Kfz
• Bauwirtschaft
• Gastronomie