Nachhaltigkeit

Was die Geräte-Retter-Prämie für Betriebe bedeutet

Mit der Neuauflage des Reparaturbonus unter dem Titel „Geräte-Retter-Prämie“ will die Politik Anreize für nachhaltigen Konsum setzen. Doch eine neue internationale Studie zeigt: Förderungen allein reichen nicht. Für kleine und mittlere Unternehmen, die Reparaturen anbieten oder in diesen Markt einsteigen wollen, eröffnet sich dennoch Potenzial.

Seit 12. Januar 2026 ist die „Geräte-Retter-Prämie“ in Kraft. Mit bis zu 130 Euro pro Reparatur wird Kund*innen ein Teil der Kosten rückerstattet. Gefördert werden Reparaturen an Elektro- und Elektronikgeräten, die in privaten Haushalten genutzt werden, vom Wasserkocher bis zum Fernseher. Profitieren können davon nicht nur Konsument*innen, sondern auch Reparaturbetriebe in ganz Österreich.
Damit eine Reparaturstelle förderfähig ist, muss sie auf der Plattform www.reparaturbonus.at gelistet sein. Die Teilnahme ist für KMU kostenlos, erfordert aber eine Registrierung und Nachweise zur fachlichen Qualifikation. Besonders im Vorteil sind Betriebe, die klar und professionell kommunizieren.

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© Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.

Markt mit Luft nach oben

Laut der aktuellen NIM-Studie „Reparieren oder neu kaufen?“ lassen rund 49 Prozent der Österreicher*innen pro Jahr zumindest ein Elektrogerät reparieren. Damit liegt Österreich im Mittelfeld der untersuchten Länder – hinter Italien (61 %), aber vor Deutschland (41 %). Bemerkenswert: Auch Länder ohne nationale Förderprogramme wie Polen oder die USA erreichen vergleichbare oder bessere Werte.
Für KMU bedeutet das: Der Markt ist vorhanden – aber keineswegs ausgeschöpft. Besonders bei Geräten mit höherem Neupreis oder persönlichem Wert zeigt sich eine stärkere Reparaturneigung. Gleichzeitig empfindet eine Mehrheit der Befragten die Kosten nach wie vor als zu hoch – selbst mit Förderungen.

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© Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.

Reparatur ist kein Selbstläufer

Die Studie zeigt deutlich: Geringere Kosten im Vergleich zum Neukauf sind das Hauptargument für eine Reparatur. Umweltaspekte oder Herstellerbindung spielen eine untergeordnete Rolle. Was Konsument*innen zudem abschreckt: zu viel Aufwand, fehlende Transparenz bei Preis und Ablauf, sowie Unsicherheit über die Qualität der Reparatur.

Hier können KMU gezielt ansetzen, etwa durch:

  • klare Preisstruktur und Kostenvoranschläge
  • digitale Terminbuchung
  • Informationsangebote zur Geräte-Reparierbarkeit
  • Zusammenarbeit mit Plattformen oder Sammelstellen

Reparieren als Geschäftsmodell

Auch wenn Förderungen alleine das Verhalten kaum verändern, wie die NIM-Autor*innen betonen, sehen sie mittelfristig einen gesellschaftlichen Wandel: Langlebigkeit, Ressourcenschonung und „Right to Repair“-Bewegungen gewinnen an Bedeutung. Mit dem EU-weiten Reparierbarkeitslabel, das seit Juni 2025 verpflichtend ist, wird die Sichtbarkeit des Themas weiter steigen.
Für KMU, die frühzeitig auf Reparaturleistungen setzen, kann das ein Wettbewerbsvorteil sein, insbesondere wenn sie auch Service, Beratung oder Upgrades rund um Geräte anbieten. Die Verbindung aus handwerklicher Kompetenz und digitaler Kommunikation wird dabei zunehmend entscheidend.

Die Geräte-Retter-Prämie 2026 auf einen Blick

Was wird gefördert? Reparatur, Wartung & Kostenvoranschläge für Elektro- und Elektronikgeräte in Privathaushalten
Förderhöhe Bis zu 130 Euro pro Reparatur (50 % der Kosten)
Wer kann teilnehmen? Betriebe mit Firmensitz in Österreich, die sich über die Plattform registrieren und fachlich qualifiziert sind
Typische Geräte Waschmaschinen, Laptops, Kaffeemaschinen, Bohrmaschinen, TV-Geräte, Hi-Fi-Anlagen, Blutdruckmessgeräte usw.
Voraussetzungen Online-Registrierung, Nachweis der Qualifikation, Teilnahme am Abrechnungsportal
Info & Anmeldung www.reparaturbonus.at

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