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Österreichische Universitäten fordern mehr Geld

Finanzierung
09.06.2023

Laut Universitätenkonferenz (uniko) sind rund 20 Milliarden Euro für die nächste Periode nötig. Nur so bleibt Österreich international innovationsfähig.

Die nächste Budgetperiode für die Universitäten ist von 2025 bis 2027. Bis Ende Oktober 2023 muss die Gesamtsumme mit Bildungs- und Finanzministerium ausverhandelt sein. Eine aktuelle Wifo-Studio über Ausgaben und Finanzierung von Universitäten im internationalen Vergleich zeigt: Die Ausgaben pro Studierende in Österreich liegt nur im Mittelfeld starker Innovationsländer.

Mehr Geld für Bildung

Die Teuerungen auf allen Ebenen betreffen natürlich auch die Bildungseinrichtungen. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Uni-Budget lange diskutiert. Im Herbst meldeten die Universitäten einen Mehrbedarf von 1,2 Milliarden Euro. Von Finanzministerium und Bildungsministerium wurden insgesamt 400 Millionen Euro locker gemacht und das Budget stieg auf knapp 13 Milliarden Euro. Zusätzlich Sparmaßnahmen und Vorstreckungen aus Rücklagen sollten dabei helfen, die Kosten zu kompensieren. Mittlerweile steht fest, dass der Mehrbedarf genau jene 1,2 Milliarden Euro ausgemacht hat, die die uniko bereits im Vorjahr berechnete.

Für die nächste Periode von 2025 bis 2027 fordern die Universitäten ein Budget von rund 20 Milliarden Euro. Nur so könnten über die Aufrechterhaltung des Status Quo hinaus zusätzliche Ziele erreicht werden. Die Regierung selbst will eine Verbesserung der Betreuungsrelationen. Aber auch das Aufrücken heimischer Unis im internationalen Ranking steht auf der Wunschliste der Politik.

Wissenschaft als Grundlage

Zur Untermauerung der Argumente wurde nun von der uniko eine Wifo-Studie präsentiert. Dafür wurde die Finanzierung österreichischer Unis mit vergleichbaren Einrichtungen starker Innovationsländer verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ausgaben in Österreich im unteren bis mittleren Bereich rangieren. Im direkten Vergleich mit einzelnen Universitäten sind die Unterschiede deutlich größer. Beispielsweise gibt die Universität Oxford 502 Prozent mehr Geld pro Studierende aus, als die Universität Wien. Auch die Uni Zürich (122 Prozent), die Uni Kopenhagen (57 Prozent) oder die Uni München (22 Prozent) geben mehr Geld für ihre Studierenden aus. Nur die Uni Uppsala wendet elf Prozent weniger auf.

Österreich liegt zwar beim BIP pro Kopf im Durchschnitt der führenden Innovationsländer und bei der Forschungsquote auf einem Niveau mit der Schweiz – bei den Ausgaben pro Studierende fällt man aber deutlich ab. Gründe dafür sind einerseits die Industrieförderung, andererseits die hohen Studierendenzahlen in Österreich. "Die Ausgaben für Industrieförderungen sind in Österreich rekordverdächtig, während die Ausgaben für Universitäten in Bezug auf relevante Vergleichsländer ausgesprochen bescheiden sind. Das ist schrecklich kurzsichtig", so Oliver Vitouch uniko-Vizepräsident und Rektor der Universität Klagenfurt.

Leistungsfähigkeit steigern kostet Geld

Eine Verbesserung kann laut Studienautor Jürgen Janger vom Wifo nur durch mehr Finanzmittel erreicht werden. "Sie können durch strukturelle Reformen den Mangel an Geld nicht ganz kompensieren." Natürlich könne man mit Reformen wie etwa im Studienrecht die Effizienz steigern – "aber für Spitzenplätze brauche ich signifikante Ausgabensteigerungen", sagt Janger.

"Wir brauchen aufgrund von Fachkräftemangel und alternder Bevölkerung hochqualifizierte Immigration. Um die besten Studierenden und Forschenden anzuziehen, müssen Universitäten attraktive Lern- und Arbeitsbedingungen bieten", so Sabine Seidler, uniko-Präsidentin und Rektorin der TU Wien. Universitäten sind ein Schlüssel, um Österreichs Leistungsfähigkeit zu verbessern. Um diese Leistungsfähigkeit zu steigern, ist eine entsprechende Finanzierung notwendig. Es nicht zu tun, kostet allerdings noch mehr.