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„Schattenwirtschaft, ein emotional besetztes und sensibles Thema“

26.11.2014

„Gebäudeinstallation“-Chefredakteur Christian Klobuscar spricht anlässlich des Gewinns des Österreichischen Zeitschriftenpreises Mitte November über Herausforderung und Bedeutung des ÖZV-Awards und die Tücken bei der Recherche zum Artikel mit dem Titel "Brauchen's a Rechnung?"

Erfolg für „Gebäudeinstallation“ aus dem Österreichischen Wirtschaftsverlag. Das Fachmagazin wurde am 13. November mit dem Österreichische Zeitschriftenpreis 2014 ausgezeichnet. Genauer: Chefredakteur Christian Klobucsar, der die Auszeichnung für den Beitrag „Brauchens a Rechnung?“, in dem er das Thema Schattenwirtschaft „umfassend und kompetent“ aufbereitet hat, gewonnen hat. Die hohe Relevanz des Themas für die Zielgruppe und die umfangreiche Recherche haben die Experten-Jury überzeugt. Dabei näherte sich Klobucsar nicht nur mit Interviews und Hintergrundrecherchen dem Thema, sondern auch mit Zahlenmaterial zur Schattenwirtschaft in anschaulich aufbereiteten Grafiken. Der erste Platz ist mit einem Preisgeld im Umfang von 3.000 Euro dotiert. „Printmedien informieren über komplexe Themen, stoßen Debatten an und kritisieren Missstände. Gerade die Fachmedien widmen sich Themen mit einer Tiefe, die es ihnen ermöglicht, komplizierte Sachverhalte in allen Facetten übersichtlich, anschaulich und verständlich darzustellen", sagte Bundesminister Andrä Ruprechten in seiner Laudatio, in der er auch auf die demokratiepolitische Funktion der Printmedien hinwies.

„Fachmedien und Zeitschriften wissen besser als viele andere Mediengattungen, was ihre jeweilige Zielgruppe von ihnen erwartet. Das ist mit Sicherheit ein Asset der Mitgliedsmedien unseres Verbandes: Der ÖZV ist der Verband der Zielgruppenspezialisten. Fachmedien und Zeitschriften werden von den Lesern als verlässliche Begleiter in der Arbeitswelt und im Privatleben wahrgenommen“, ergänzte ÖZV-Präsident Wolfgang Pichler, der sich zudem seitens der Medienpolitik einen „Lichtblick in der Frage des Urheberrechts“ erwarte. Er zeigt sich zuversichtlich, dass ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage in Österreich bald Realität wird: „Wenn Dritte, wie News-Aggregatoren und Suchmaschinen-Betreiber, unsere Inhalte gewerblich nutzen, sollen sie einen Teil der dadurch erzielten Einnahmen an die Verlage und Journalisten abtreten. Damit würden die Grundregeln des realen Geschäftslebens zumindest schrittweise auch im Web Anwendung finden.“

 
Platz 2 geht an das Magazin „Fleisch.pur“ (Genuss Gruppe) für die Reportage „Der letzte Tango“ von Gabriele Burian. Platz 3 gewann das Magazin „Datum“ (Datum Verlag)für „Erfahrung Europas“ von Thomas Trescher, Stefan Apfl und Nina Brnada. Den erstmals vergebenen Dr. Rudolf Bohmann-Preis erhält die Nachwuchsjournalistin Christina Pausackl für den Beitrag „Der Himmel auf Erden“, der ebenfalls im „Datum“ (Datum Verlag) erschienen ist. 

Werbeentscheider.at befragte Christian Klobuscar zu dem Erfolg beim ÖZV-Award

Was war die größte Herausforderung bei der Recherche über die Schattenwirtschaft in der Baubranche („Brauchen’s a Rechnung’?). Anders gefragt: Wie oft haben Sie den Satz „Das ist aber off-the-record“ gehört?

Die größte Herausforderung war zweifelsfrei, bei diesem Artikel die Objektivität zu wahren. Schließlich ist das Thema "Schattenwirtschaft" ein sehr emotional besetztes Thema ... und nebenbei auch ziemlich sensibel. Vor allem in jener Zielgruppe, für den dieser Artikel gedacht war. Denn wir schreiben ja in erster Linie für Installateure - also für eine Berufsgruppe, der bevorzugt eine hohe "Pfuschbereitschaft" nachgesagt wird. Daher war es für diesen Beitrag so wichtig, möglichst unterschiedliche Interviewpartner anzusprechen, um sich dem Thema aus den verschiedensten Richtungen zu nähern. "Off-the-record-Zitate" habe ich im Zuge der Recherche natürlich sehr viele erhalten. Damit hätte sich wohl eine eigene Sonderausgabe füllen lassen.   

Beschreiben Sie das Feedback, das Sie zu dieser heiklen Geschichte bekommen haben...

Besonders gefreut hat mich, dass nach Erscheinen dieser Story einige Anfragen von Journalistenkollegen kamen, die diesen Artikel auch in ihren Magazinen publizieren wollten. Und ein "Web-Check" hat ergeben, dass der Beitrag auch über Fachmagazine hinaus ziemlich oft zitiert wurde. Kritisches Feedback habe ich übrigens keines bekommen ... was mich selbst gewundert hat.      

Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie persönlich? Für „Gebäudeinstallation“?

Der österreichische Zeitschriftenpreis ist die bedeutendste offizielle Auszeichnung, die man als heimischer Magazinjournalist erhalten kann, also ist meine Freude natürlich riesengroß. Schließlich ging diese Auszeichnung in der Vergangenheit an Publikationen wie "Profil", "Universum-Magazin" oder "Trend". Für das Fachmagazin "Gebäudeinstallation" bedeutet dies, dass wir unsere Themen - nun durch eine objektive Jury quasi zertifiziert - in jener hohen journalistischen Qualität liefern, die unsere Leser zu Recht von uns erwarten dürfen.  

Autor/in:
Clemens Coudenhove
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