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ORF-Funkhaus: 'Appell' zur Erhaltung

18.02.2015
ORF

Redakteurssprecher, Betriebsräte und rund 200 Mitarbeiter des ORF fordern Erhalt des Radio-Funkhauses.

 

In dem „dringenden Appell“ an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Finanzdirektor Richard Grasl und Radiodirektor Karl Amon, der in der Tageszeitung „Der Standard“ veröffentlicht wurde, sprechen sich die Unterzeichner dafür aus, den Medienstandort Funkhaus zu einem „prestigeträchtigen Zukunftsprojekt im Sinne des öffentlich-rechtlichen Auftrags“ zu entwickeln. Kein gutes Haar lassen die Funkhaus-Aktivisten an den Plänen einer Zusammenlegung der ORF-Standorte im ORF-Zentrum am Küniglberg. Den „multimedialen Newsroom als Einheitslösung“ nennen sie „Fetisch von gestern“. Ö1, FM4 und das Stadtradio Wien gehörten nicht an die Peripherie, sondern „ins Zentrum einer Metropole“.

Durch das Aufgehen von Ö1 in einem multimedialen Cluster werde der Sender seine Autonomie verlieren. „Das von Ihnen gewünschte Szenario wird besonders für Ö1 das Ende der gewohnten Qualität und damit sinkende Hörerzahlen bedeuten.“ Im Engagement der Boston Consulting Group, die die ORF-Führung punkto Organisationsstruktur berät, sehen die Unterzeichner des Briefs ein „Verschleudern von Gebührengeldern“. Sie glauben auch nicht, dass das mit rund 300 Millionen veranschlagte Budget für die Um- und Neubauten am neuen Standort halten wird, und befürchten Kostenüberschreitungen, die zu einem „weiteren drastischen Sparkurs“ führen. Die Botschaft an Wrabetz, Grasl & Co: „Ändern Sie den eingeschlagenen Kurs. Das wird sich inhaltlich und letztlich auch ökonomisch lohnen.“ Der ORF-Publikumsrat hat unterdessen für 19. März zu einem Studientag zum Thema „Der multimediale Newsroom des ORF. Öffentlich-rechtliche Qualitätsnachrichten auf allen Plattformen für alle Zielgruppen“ eingeladen.
Die Bewahrer des ORF-Funkhauses erhalten Unterstützung von den Grünen. Die Landeskonferenz der Wiener Grünen hat sich am Montag für den Verbleib der Redaktionen von Ö1, FM4 und Radio Wien im Funkhaus in der Argentinierstraße ausgesprochen. „Das Funkhaus darf nicht verkauft werden!“, teilten die Grünen am Dienstag in einer Aussendung mit. Das Funkhaus sei demnach ein „Zentrum für engagierten, öffentlich-rechtlichen Journalismus und Garant für eine - auch vom Küniglberg - unabhängige Berichterstattung im österreichischen Hörfunk“. Eine Konzentration der Redaktionen werde sich „negativ auf Programm und Mitarbeiter auswirken“, und die geplante Zusammenlegung in einem multimedialen Newsroom „gefährdet gleichzeitig die Unabhängigkeit und Vielfalt der Information“, finden die Wiener Grünen.

 

Quelle: APA News

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