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Paul Pichler (VÖZ) (c) schifflMichael Göls (Havas-CEO und WK Wien) (c)schifflPeter Paul Skrepek (Musikergilde) (c) schifflMathieu Moreuil (Premier League) (c)schifflSylvie Fodor (Cepic) (c)schifflModerator Gerald Reischl (Futurezone/Kurier) (c)schifflKarin Holdhaus (ÖVP) (c)schifflLord Alan Watson (ICOMP-Chairman und Havas Media UK-Chairman) (c)schiffl

ICOMP-Diskussion: Eine Frage ohne (kreative) Antwort

17.11.2014

Auf Einladung der „Initiative for a competitive Marketplace“  diskutierten Medienexperten am 12. November in Wien über Piraterie und den Wert von Online-Content.

Das Thema „Wie kreativ ist der Online-Markt der Zukunft, was ist Content eigentlich wert?“ konnte von den Teilnehmern einer Podiumsdiskussion von ICOMP („Initiative for a competitive Marketplace“) nicht wirklich beantwortet werden. Das neue Park Hyatt Hotel am Hof in Wien war Schauplatz einer vielversprechenden Diskussion, die allerdings rasch von eigentlichen Thema abwich, und dennoch interessante Insights bot.

Die ÖVP-Landtagsabgeordnete Karin Holdhaus sprach in ihrem Eröffnungsplädoyer über die das 2015 in Kraft tretenden Cyber-Sicherheitsgesetz (data protection directive) und forderte von der Politik „Mut für freien Wettbewerb“ im Online-Business. Und wenn es um Wettbewerb im Online-Geschäft geht, gibt es zumindest für Europa einen „Feind“ und der heisst Google und dominierte inhaltlich das Gespräch über weite Strecken.

Moderator Gerhard Reischl, Autor des Buches „Die Google-Falle“ berichtete, dass man heuer auf Futurezone.at - er ist dort Chefredakteur – 154 mal über das Thema Urheberrecht berichtete und ihm immer wieder dreiste Urheberreechtsverletzungen widerfahren, nicht zuletzt von Konkurrenten. Eine Exklusivmeldung beispielsweise, die von einigen deutschen Medien mit Verweis auf Futurezone übernommen wurde, von einem österreichischen Boulevardmedium auch, allerdings wurden das deutsche Portal zitiert. Das Thema Missbrauch beim Thema „Exklusivmeldung“ sei heute allgegenwärtig.

Sylvie Fodor, Director von CEPIC (Center of the Picture Industry), schilderte wie sich die Bildbranche in den letzten zehn Jahren verändert hat. Mit Corbis (Bill Gates), Getty Images und zuletzt Shutterstock gibt es drei dominante Anbieter, die den Großteil der Bild- und Fotoagenturen aufgekauft haben und zu einem enormen Preisverfall beigetragen hätten. „Rund 80 Prozent der lizenzpflichtigen Bilder werden im Web kopiert“, so Fodor. Erleichtert wird dieser Umstand von Google Bilder. Anhand einer zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls passenden Ikone der Fotografie („Sprung in die Freiheit“) demonstrierte Fodor ihre Kritik. In der alten Version von Google Bilder kann das Foto bei der Eingabe „Mauerfall“ leicht gefunden werden, allerdings mit einer ausführlichen Infozeile über Lizenzinhaber und anderes. In der neuen Version fehlen diese Infos gänzlich. CEPIC setzt sich demnach dafür ein, die sogenannten Metadaten eines Bildes unbedingt verfügbar zu machen, nicht nur für kostenlos zur Verfügung gestelltes Bildmaterial.

Mathieu Moreuil kümmert sich bei der Premiere League der wichtigsten englischen Fußball-Liga, um EU-Politik. Rund 30.000 Beschwerden bringt die Premiere League im Jahr ein, hauptsächlich gegen Website-Betreiber, die das „Gold“ der Liga nämlich Bewegtbild der Spiele ins Netz stellen. Moreuil wünscht sich natürlich schnelles und effizientes „Law enforcement“, also Strafverfolgung. Bis zu 10 Millionen Euro zahlt die Liga pro Jahr für Anwalts- bzw. Gerichtskosten. Außerdem arbeitet die Liga intensiv daran, dass legale Streaming-Dienste, die den Content der Premier League ins Netz stellen, bei Google oben gereiht sind. Und sucht den Kontakt zu werbetreibenden Unternehmen, mit dem Ziel, dass diese nicht mehr auf jenen Websites Präsenz zeigen, die den Content der Premier League illegal veröffentlichen.

Als Vertreter der Musikindustrie sprach Peter Paul Skrepek (Musikergilde) über die Piraterie-Problematik. Er ist Chef der österreichischen Musikergilde und bekannt als ehemaliger Bassist von Falco. Eine Lösung des Piraterie-Problems kennt er nicht, nur dass es so nicht weiter gehen kann. Im Radio wird das Abspielen von Musik abgerechnet, im Web nicht. Auch bei „legalen“ Musik-Streaming-Diensten könne von einem Cent pro Lied heutzutage niemand leben, das sei „zynisch“. Bei den großen Videoplattformen wie YouTube werden die, die den Content hochladen bezahlt, und – zu Unrecht – nicht die Rechte-Inhaber. Der Urheber müsse entscheiden können, wo sein Content veröffentlicht werde, zudem brauche es ein einheitliches Preisfestsetzungssystem. Skrepek plädiert zudem für ein Leistungsschutzrecht nach spanischem Vorbild („Google-Steuer“), von einem EU-weiten Urheberrecht hält er nichts, „das ist kein Modell für Zentralismus“. Letztlich ginge es Skrepek, darum, dass Urheber dann verdienen müssen, wenn Dritte mit dem Content ein Geschäft machen. Ideal wäre eine Technologie, die im Content eingebettet ist und vermitteln könnte: „Ich werde jetzt privat (oder kommerziell) genutzt. Utopisch? „Nein, wenn die Menschheit eine Raumschiff auf einen Kometen befördern kann, könnte sie auch das schaffen.“

Autor/in:
Clemens Coudenhove
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