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„Die Steiermark hat noch großes touristisches Potenzial“

01.09.2014

Erich Neuhold, neuer Geschäftsführer des Steiermark Tourismus, verrät die aktuelle Tourismusstrategie.

Sie sind seit einem halben Jahr Geschäftsführer des Steiermark Tourismus. Wie sieht Ihre erste Bilanz aus?

Neuhold: Sehr positiv: Die Staffelübergabe ist ausgesprochen gut gelaufen. Momentan arbeiten wir an der Tourismusstrategie 2015 – 2020. Es wird eine Menge neuer Kampagnen und Marketingaktivitäten geben, die allesamt auf die vier strategischen Säulen der Steiermark ausgerichtet sein werden.
 
Das „Grüne Herz“ schlägt weiter. Was wollen Sie noch unternehmen, um die Marke zu stärken?

Die Eckpunkte der Marke Steiermark sind klar definiert. Aber inhaltlich ist noch viel mehr drin. Zum Beispiel im Bereich Kulinarik: Die Steiermark birgt eine Vielzahl an Bodenschätzen, allen voran: Kürbiskernöl, Apfel und Wein. Das wird in Zukunft stärker in den Fokus gerückt. Ich plane keinen Bruch in der bisherigen Markenstrategie, sondern eine Weiterentwicklung. Wir möchten zum Beispiel Nahrungsmittel mit Urlaub verbinden, wie etwa Wellness und das Thema Apfel – ganz im Sinne unserer Leitlinie: „Genussvoller Urlaub am Puls der Natur.“
 
Die vier thematischen Säulen der Steiermark sind Bewegen & Natur, Wellness & Gesundheit, Kulinarium sowie Kultur. Welche Akzente und Schwerpunkte planen Sie für die jeweiligen Bereiche?

Wir möchten die steirische Gastlichkeit und die Gastgeber noch stärker beleuchten, sie sind unzweifelhaft USPs des Landes. Eine wichtige Rolle spielt auch die Kultur: Neben den großen Veranstaltungen wie steirischer herbst oder styriarte sollen auch kleinere Initiativen eingebunden werden.
 
Eines Ihrer angekündigten Megathemen sind die steirischen Thermen. Was ist hier noch geplant? Können die Thermen überhaupt neu positioniert werden, oder sind sie inhaltlich schon ausgeschöpft?

Die steirischen Thermen stellen eine einzigartige Erfolgsgeschichte dar. Jetzt stehen sie allerdings vor einer großen Herausforderung, denn der Mitbewerb schläft nicht. Unsere Ausrichtung gilt dem Inlandsgast. In Zukunft brauchen wir einen internationalen Gästemix und das Angebot soll sich von Wellness um die Bereiche Regeneration und Vorsorge erweitern. Auch die Kulinarik wird in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Das Thermenland Steiermark hat bereits einige kulinarische Routen entwickelt, die sich wie ein mehrgängiges Menü erwandern und erradeln lassen. Der Aspekt ganzheitlicher Gesundheit wird in Zukunft noch wichtiger werden – schließlich leiden immer mehr Menschen an so genannten Zivilisationskrankheiten.
 
Wie muss Urlaub heutzutage definiert werden? 

Erholung kann im Grunde ganz einfach sein. Man braucht Zeit zum Entspannen und für neue Erlebnisse. Urlaub wird dann als erholsam erlebt, wenn er eine Bereicherung ist.
 
Wie wichtig ist die Online-Präsenz?

In diesem Bereich wird sich der Weizen von der Spreu trennen, denn der digitale Auftritt und die digitale Beziehung, die zwischen Gastgeber und Gast aufgebaut wird, werden entscheidend werden. Da müssen wir vorne mit dabei sein, daran arbeiten wir.
 
Sind Tagesausflügler auch eine relevante Gruppe?

Allerdings, sie bringen der Steiermark einen jährlichen Umsatz von 407 Millionen Euro. Rund 70 % der Tagesausflügler kommen aus der Steiermark selbst. Aber auch jeder Gast kann ja zum Tagesausflügler werden, wenn er z. B. von Bad Aussee in die Tierwelt Herberstein ins Thermenland fährt. Andererseits sind wir natürlich froh, dass die Steiermark die Lieblingsurlaubsdestination der Österreicher ist. Das ist enorm wertvoll. Die beliebtesten Destinationen sind: Schladming-Dachstein/Ramsau, Thermenland/Oststeiermark und Weinland.
 
Sie waren jahrelang international tätig. Welche Erfahrungen nützen Ihnen in Ihrer jetzigen Position am meisten?

Ich bin sehr froh, dass ich viele Jahre für die Österreich Werbung im Ausland verbringen durfte. In Köln, Hamburg und New York habe ich gelernt, wie das touristische Geschäft funktioniert. Im Großen und im Kleinen, denn davor war ich auch sehr lange Geschäftsführer in Tourismus-Regionen. In meiner jetzigen Funktion nutzen mir all diese Erfahrungen.
 
Wie sieht Ihr Résumé zum Spielberg­ring aus?

Es war eine großartige Veranstaltung in einzigartiger Landschaft, perfekt organisiert. Spielberg ist ein überaus starker positiver Impuls für die Region. An einer Ganzjahresbespielung wird bereits gearbeitet. Ich kann mir vorstellen, dass Spielberg auch ein wichtiger Festival-Ort werden könnte – nicht nur für Autorennen, sondern im kulturellen Bereich, einige Beispiele gibt’s da ja schon.
 
Was macht die Steiermark für Sie besonders und einzigartig?

Das sind die landschaftliche Vielfalt und die Einzigartigkeit der kulinarischen Produkte. Und die Steirer, herzlich und kantig, sind das Tüpfelchen auf dem i.
 
In welcher steirischen Region halten Sie sich persönlich am liebsten auf?

Ich bin ein leidenschaftlicher Bergmensch und sehr gerne in den National- und Naturparks unterwegs – vom Almenland bis ins Gesäuse. Ich mache jedes Jahr eine einwöchige Wanderung von Hütte zu Hütte. Das ist für mich Erholung pur.
 
Danke für das Gespräch.

Quelle: ÖGZ/www.gast.at
 

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