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Ein Projektziel ist die Entwicklung marktfähiger Produkte – hier etwa eine Dreischichtplatte aus Ölpalmenholz.

Ölpalmenholz: Verarbeiten statt verrotten

02.06.2017

Ein internationales Netzwerk entwickelt Möglichkeiten für die ­nachhaltige Nutzung von Ölpalmenholz für Produkte hoher Wertschöpfung. 

Die weltweite Anbaufläche für Ölpalmen beträgt heute über 20 Millionen Hektar mit steigender Tendenz. Ölpalmenplantagen werden ausschließlich wegen des Palmöls angelegt, das in der Lebensmittelindustrie, aber auch für Kosmetika, Chemiegrundstoffe und Treibstoffe eingesetzt wird. Über Umwelt- und Waldzerstörung, Biodiversitätsverlust und Menschenrechtsverletzungen durch die massive und z. T. illegale Ausweitung von Ölpalmenplantagen wurde bereits vielfach berichtet.
Ein internationales Netzwerk widmet sich nun der Frage, wie sich das bisher ungenutzte und in großen Mengen vorhandene  Ölpalmenholz sinnvoll weiterverwenden lässt. Derzeit werden die Ölpalmenstämme größtenteils der Verrottung überlassen und teilweise zur Flächenvorbereitung für eine Wiederbepflanzung gehäckselt.
Die Schwierigkeit liegt darin, dass das „Holz“ – das botanisch gesehen zu den Gräsern zählt – über stark abweichende Materialeigenschaften verfügt und damit auch hohe Anforderungen an die Weiterbearbeitung stellt. Mitglieder im „PalmwoodNet“ sind die Kern-Partnerunternehmen  Jowat, Minda Industrieanlagen, Möhringer Anlagenbau, Leitz und Boehlerit sowie Palmwood R+D, Freiburg, dazu kommen weitere Hochschulen, Maschinenhersteller und andere Insitutionen und Partner aus Europa, aber auch Malaysia und Thailand. 
Das Projektziel ist die bestmögliche und vor allem nachhaltige Nutzung des Holzes zur Herstellung von marktfähigen Produkten wie Ein- und Mehrschicht-Massivholzplatten, Tischlerplatten, Brettschichtholz oder auch Brettsperrholz (CLT) in den Schwerpunktländern Malaysia und Thailand. Zu den Zielen zählen damit auch die Ressourcenschonung, die Tropenwalderhaltung, der Klimaschutz sowie die Arbeitsplatz- und Einkommensgenerierung und -sicherung in den Ressourcenländern. Außerdem sollen die beteiligten Plantagenflächen nach internationalen Standards zertifiziert werden. (red/palmwoodnet) 
www.palmwoodnet.com 

Original erschienen am 02.06.2017: Tischler Journal.
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