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Immer mehr Urlauber wollen auf das Auto verzichten. Und mit der Bahn anreisen.

In Tirol bahnt sich was an

15.05.2018

Die Initiative „Tirol auf Schiene“ forciert die Bahnanreise von Gästen. Beim diesjährigen Netzwerktreffen wurden neue Ziele definiert.

 

Versammelten sich zum Netzwerktreffen (v. l.): Ekkehard Allinger-Csollich (Land Tirol), Khaled El-Hussein (DB), Werner Ebert (SBB), Florian Phleps (Tirol Werbung), Rene Zumtobel (ÖBB Tirol), Alexander Jug (VVT) und Kurt Bauer (ÖBB Fernverkehr).

Gäste werden nicht nur in Ernährungsfragen immer reflektierter und selbstkritischer, sondern auch in ihrem Reiseverhalten. Immer mehr Urlauber wollen nachhaltig verreisen. 
Für den Tiroler Tourismus ist nachhaltige Mobilität ein wichtiges Thema. Die Initiative „Tirol auf Schiene“ forciert die Bahnanreise von Gästen und bündelt in der Tirol Werbung die Kompetenz der wichtigsten Partner. In den letzten fünf Jahren wurden bereits zahlreiche Projekte umgesetzt. Im Rahmen des jährlichen Netzwerktreffens, das diesmal in den Kitzbüheler Alpen stattfand, definierten die Partner gemeinsam die Handlungsfelder für die Zukunft.

„Im Tourismus ist die leichte Erreichbarkeit einer Destination wettbewerbsentscheidend“, sagt Florian Phleps von der Tirol Werbung. Vor allem die umweltfreundliche Anreise mit der Bahn und daraus resultierend Mobilitätslösungen für Gäste in der Urlaubsregion gewinnen stark an Bedeutung. „Zusätzlich profitieren alle Tirolerinnen und Tiroler von den Investitionen des Tourismus in die Mobilität, da das Angebot für die Bevölkerung erheblich verbessert wird.“

Wettbewerbsfaktor

Mit dem Projekt „Tirol auf Schiene“, in dem die Deutsche Bahn (DB), die Schweizer Bundesbahnen (SBB), die ÖBB, der Verkehrsverbund Tirol (VVT), Land Tirol und die Tirol Werbung seit 2012 zusammenarbeiten, wurden gemeinsame Angebote erfolgreich umgesetzt: Neue Direktverbindungen wie z. B. der Nightjet von Hamburg nach Innsbruck, die Railjet-Direktverbindungen aus Wien in die Kitzbüheler Alpen oder der Railjet von München nach Tirol ließen die Zahl der Bahnreisenden spürbar steigen.

Gästekarte ist Fahrkarte

Jetzt sollen die Produkte im Fernverkehr der ÖBB nachhaltig weiterentwickelt und noch weiter verbessert werden: „Mit dem Angebot, dass die Gästekarte zur Fahrkarte wird, setzte beispielsweise die Region Kitzbüheler Alpen das Thema Vor-Ort-Mobilität beispielgebend um: Seit Mai 2017 kann jeder Gast – finanziert über die Nächtigungsabgabe – 18 Bahnhöfe zwischen Kirchbichl, Wörgl und Hochfilzen mit seiner Gästekarte ansteuern. Rund 60 S-Bahnen oder REX-Züge stehen zur Verfügung. Über 600 Gäste nutzen dies täglich“, sagt Rene Zumtobel (ÖBB).

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Kommunikation – auf den Märkten, aber vor allem in Tirol: „Dank der Mobilitätscoaches, die mehr als 300 Unterkunftsbetriebe besucht haben, ist das Thema bei den Vermietern ,angekommen‘. Wenn diese beispielsweise Reisezeitkarten, die die Anreise aus den Herkunftsorten visualisieren, auf ihren Websites anbieten oder die Gäste auf die Mobilitätslösungen vor Ort hinweisen, werden die Angebote angenommen“, so Florian Phleps.

Ziele

Die Ziele von „Tirol auf Schiene“ bis 2021: Neben der Forcierung neuer direkter Bahnverbindungen soll vor allem das bestehende Bahnangebot im Bewusstsein der Gäste und Touristiker fix verankert werden – als komfortable Anreisemöglichkeit. Komfort und Convenience sind weitere Schwerpunkte – vom einfachen Gepäcktransport bis hin zum Sportartikelverleih muss der Urlaub für den Gast auch ohne Auto unkompliziert sein. Mit dem tirolweiten Bahnhofshuttle (www.bahnhofshuttle.tirol) soll zudem die „letzte Meile“ – der Weg vom Bahnhof zur Unterkunft – komfortabel gelöst werden.

Autor/in:
Alexander Grübling
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