Direkt zum Inhalt

Klimaschutz als Bewegung

24.05.2018

Interview: Was Bundesministerin Elisabeth Köstinger für den Klimaschutz tun will.

Welche Chancen stecken für Unternehmen generell im Thema Nachhaltigkeit?
Elisabeth Köstinger: Österreich hat  eine Vorbildrolle. Weltweit finden wir mit unseren Ideen und Zugängen Beachtung. Wir sind zwar nur ein kleiner Player am Weltmarkt, das Interesse ist aber riesig. 

Sie haben dem Thema Klimaschutz eine eigene Sektion im Ministerium gewidmet. Was muss aus Ihrer Sicht passieren, um den Klimawandel einzudämmen?
Das Ziel ist, einen Plan für die Klimapolitik zu entwickeln, weil wir sehen, dass die Summe an Einzelmaßnahmen, die es bisher gab, uns die gewünschten Ziele nicht erreichen lässt. Es passiert so viel Gutes im Bereich des Klimaschutzes in Österreich. Wir brauchen aber ein solides Planungsfundament, auf dem das alles aufbaut. Nur so ist eine gute Koordination möglich. Klar ist natürlich auch: Einer der größten Verursacher der Emissionen in Österreich ist der Verkehr. Ich bin trotzdem jemand, der nicht in Verboten denkt. Wir müssen Alternativen schaffen und sie so attraktiv machen, dass sie auch angenommen werden. Da geht es um die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, aber natürlich auch um Elektromobilität. Dazu wiederum ist ein dichtes Netz an Ladestationen erforderlich.

Sie wollen, dass bis 2030 100 Prozent des heimischen Bedarfs aus erneuerbaren Energien produziert werden. Wie soll das gehen?
Bei diesem Ziel geht es um den Strombedarf, und auch da ist das ein sehr ambitioniertes Ziel, ich glaube aber, dass wir das schaffen können. Wichtig ist, dass jeder Hausbesitzer die Chance erkennt, sein Gebäude auch als kleines Kraftwerk zu begreifen. Photovoltaik in Verbindung mit Speichermedien kann erhebliche Mengen an Strom produzieren. Wenn es uns hier gelingt, eine Bewegung daraus zu machen, dann kommen wir dem Ziel einen großen Schritt näher.

Ökologische Maßnahmen zu setzen wird oft durch Förderungen erreicht. Wo werden Sie Schwerpunkte setzen?
Die Photovoltaik ist mir ein großes Anliegen, das habe ich schon deutlich gemacht. Wir haben ja generell ein gutes und umfangreiches Portfolio an Förderungen im Umweltbereich. Allein in meinem Ressort geben wir jedes Jahr mehr als 100 Mio. Euro für klassische Umweltförderungen aus, dazu kommt noch die Förderlandschaft des Klima- und Energiefonds, für den ich teils auch zuständig bin. Auch andere Ressorts haben Förderschienen, etwa im Bereich der Elektromobilität. Für mich ist aber auch klar, dass eine Förderung ein Bedürfnis nur verstärken kann, vielleicht den letzten Ausschlag gibt, um ein Projekt in Angriff zu nehmen. Am wichtigsten ist, dass die Menschen selbst die Notwendigkeit sehen und von der Sache überzeugt sind. Klimaschutz ist nicht allein ein staatliches Projekt, sondern eine Bewegung, eine Notwendigkeit, die alle Bürger betrifft.    

Autor/in:
Mag. Stephan Strzyzowski
Original erschienen am 24.05.2018: Nachhaltigkeit.
Werbung

Weiterführende Themen

Meldungen
27.01.2021

Der Magenta TUN, Technologie- und Nachhaltigkeitsfonds der Magenta Telekom, ist einer der bedeutendsten Nachhaltigkeitspreise Österreichs und vergibt jährlich, heuer zum 9. Mal, 50.000 Euro. Damit ...

Bild (v.l.n.r.): Karl Kienzl (C4F), Wolfgang Anzengruber (C4F), Michaela Reitterer (ÖHV), Hartwig Hufnagl (ASFINAG),  Andreas Matthä (ÖBB), Birgit Kraft-Kinz (C4F), Lukas Kienzl (C4F), Karin Zipperer (VOR)
Meldungen
22.01.2021

Rund um die Initiative economy4future kommen rund 410.000 MitarbeiterInnen und mehr als 11.000 Lehrlinge in den Austausch und ins Tun zu den Pariser ...

Die glücklichen Gewinner des TRIGOS 2020 - v.l.n.r.: Marcel Huber von SynCraft Engineering GmbH, Andreas Diesenreiter von Unverschwendet GmbH, Ingeborg Hochmaier von MED-EL Elektromedizinische Geräte GmbH, Nastassja Cernko von Oesterreichische Kontrollbank AG, Alfred Krobath von PMS Elektro- und Automationstechnik GmbH und Gerald Heerdegen von Fahnen-Gärtner GmbH.
Meldungen
19.01.2021

Von 18. Jänner bis 12. März 2021 können sich österreichische Unternehmen in sechs Kategorien für die renommierte Auszeichnung für verantwortungsvolles Wirtschaften bewerben.

Preisüberreichung im Wald: Jungbauern-Obmann Franz Xaver Broidl (vorne links) überreicht den Preis an Gewinnerin Viktoria Hutter und ihre Projektpartner Manfred Ergott (Druckerei Janetschek, 2. v. r.) und Thomas Göttinger (Göttinger Dessertmanufaktur, rechts). Ebenfalls unter den Gratulanten Wolfgang Gwiß (links) und Gerhard Bayer (3. v. l.) vom Raiffeisen Lagerhaus Waidhofen/Thaya.
Meldungen
06.01.2021

Das Waldviertler Klimaschutzprojekt waldsetzen.jetzt errang den dritten Platz beim Innovationspreis 2020 der österreichischen Jungbauernschaft. Das Ziel ...

Meldungen
16.12.2020

Das Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt überzeugte in den Kategorien ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit, Ansehen, Technologie und Innovation.

Werbung