„Mentoring für MigrantInnen" als Erfolgsmodell

Industriellenvereinigung
06.09.2010

Bisher mehr als 300 Migranten und Migrantinnen profitierten vom internationalen Vorzeigeprojekt für mehr Chancen für Zuwanderer. Auch die Wirtschaft profitiert von dieser Internationalisierung.
von links: Johannes Kopf (AMS), Anna Maria Hochhauser (WKÖ), Alexander Janda (Österr. Integrationsfonds)
von links: Johannes Kopf (AMS), Anna Maria Hochhauser (WKÖ), Alexander Janda (Österr. Integrationsfonds)


Die im deutschsprachigen Raum einzigartigeInitiative "Mentoring für MigrantInnen" der WirtschaftskammernÖsterreichs (WKO), des Arbeitsmarktservice (AMS) und desÖsterreichische Integrationsfonds (ÖIF) geht im Herbst aufgrunddurchschlagenden Erfolgs in die nächste Runde. Fähigkeiten nutzen. Bei dem 2008 gestarteten Projekt, das auch international auf großes Interesse gestoßen ist und von der EU als Best Practice-Beispiel geführt wird, unterstützen Persönlichkeiten aus der Wirtschaft gut qualifizierte MigrantInnen dabei, am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

"Die Kenntnisse und Fähigkeiten von in Österreich lebendenMigrantinnen und Migranten werden oft nicht ausreichend genutzt undsomit wirtschaftliche Chancen vertan. Studien zeigen, dassZuwanderung ein wichtiger Faktor bei der Sicherung der Pensionen ist,die Exporte ankurbelt und somit die Internationalisierung derWirtschaft unterstützt", betonte WKÖ-Generalsekretärin Hochhauser.Migration müsse daher als Chance, nicht als Bedrohung diskutiertwerden. Vor allem für international agierende Unternehmen seien Sprachkenntnisse, Auslandserfahrung, interkulturelle Kompetenzen, Mobilität etc. wichtige Kriterien bei der Besetzung von offenen Stellen. Fehlende Kenntnisse vom Arbeitsmarkt"MigrantInnen haben es nach wie vor deutlich schwerer, amArbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Während die Arbeitslosenquote der Inländer im ersten Halbjahr 2010 bei 6,8 Prozent lag, war die Arbeitslosenquote bei Personen ausländischer Staatsbürgerschaft in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit durchschnittlich 10,4 Prozent deutlich höher. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben mangelnden Sprachkenntnissen und der oftmals lückenhaften Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen sei bei qualifizierten Migranten sehr oft das Fehlen des persönlichen Netzwerks und der informellen Kenntnisse über den Arbeitsmarkt Ursache für die geringeArbeitsmarktintegration. "Das Projekt Mentoring für MigrantInnensetzt daher genau am richtigen Punkt an: Durch die Hilfe vonMentoren gelingt es oftmals, qualifizierten Migranten eine rasche Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen", so AMS-Vorstand Johannes Kopf.

Alexander Janda vom ergänzt:  „Das Statistische Jahrbuch 2010 hatwieder deutlich gemacht, dass Sprache, Bildung und Arbeitsmarkt dieBereiche sind, wo eine nachhaltige Integrationspolitikschwerpunktmäßig anzusetzen hat."  Positive ZwischenbilanzDie Zwischenbilanz der Initiative, die 2008 als Pilotprojekt inWien gestartet wurde und mittlerweile bereits in Wien,Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und  der Steiermarkdurchgeführt wird, kann sich sehen lassen: In den bis dato 10Projektdurchgängen konnten über 300 Mentoringpaare gebildet werden.Jeder/m dritten Mentee gelang es, bereits während der Mentorenschafteine Arbeit zu finden.