Matchen Sie sich mit den Besten

Weltmarktführer
23.09.2016

Von: Alexandra Rotter
Österreichs Weltmarktführer sind zu beneiden, doch auch sie haben zu kämpfen. Was sie auszeichnet, erklärt Wirtschafts-Professor Nikolaus Franke, Gründer und Leiter des Instituts für Entrepreneurship und Innovation an der WU Wien.

Warum gelingt es manchen Unternehmen, sich auf dem Weltmarkt zu behaupten und anderen nicht?
Es handelt sich meist um schnelle, flexible und innovative Unternehmen. Sie suchen Chancen und reagieren schnell auf unternehmerische Gelegenheiten. Viele sind eigentümergeführt, verfügen über ein innovationsorientiertes Top-Management, ein positives und stimulierendes Innovationsklima, klare, projektartige Organisationsstrukturen und Prozesse sowie eine intensive Außenorientierung.

Nutzen wir unser volles Potenzial auf dem Weltmarkt?
Ich denke, mehr österreichische Unternehmen sollten konsequenter auf Innovation setzen. Das Potenzial haben wir. Als Hochlohnland muss das unser Weg sein.

Welche Fehler sollte man vermeiden, um mitzuhalten?
Das Schlimmste ist, den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass die Änderungen bald vorübergehen. Das Änderungstempo ist hoch, und wer sich nicht anpasst, wird Probleme bekommen.

Wozu raten Sie?
Nach außen schauen, Dinge hinterfragen, externe Intelligenz und Kreativität ins Unternehmen holen. In keinem Bereich ist der Unterschied zwischen Innovationsführern und dem Rest so groß wie bei der Außenorientierung. Gehen Sie raus, matchen Sie sich mit den Besten, studieren Sie Unternehmen aus analogen Märkten, suchen Sie Kontakt mit Wachstumsmärkten und Bildungsinstitutionen. Am Institut für Entrepreneurship und Innovation machen wir jedes Jahr 60 bis 80 Projekte mit Unternehmen: Es zeigt sich, dass nicht nur die Studierenden von der Praxis lernen, sondern auch umgekehrt!

Wir sprechen von Hidden Champions. Brauchen diese erfolgreichen, aber unbekannten Firmen mehr Öffentlichkeit?
Auf jeden Fall. Ihre Leistungen für Wirtschaft und Gesellschaft kann man nicht genug würdigen. Aber fast noch wichtiger scheint mir, dass sie als Vorbild und Ansporn dienen. Wir brauchen noch mehr solche Champions!