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Die Ausbildung "Digitaler Verkauf" wird installiert.

Digitaler Verkauf: Handel modernisiert Lehrberuf

21.02.2017

Ausbildung im Handel muss gelebte Realität sein. Die Digitalisierung ist in allen Bereichen des Lebens angelangt - auch in der Ausbildung. Dem tragen die Sozialprtner Rechnung und installieren in den Lehrplan des Einzelhandelskaufmanns/frau einen zusätzlichen Schwerpunkt "Digitaler Verkauf". 

Die Wirtschaftskammer will die Lehre im Handel an den digitalen Wandel anpassen. Ab Sommer gibt es den Schwerpunkt "Digitaler Verkauf", und ab 2018 sollen Betriebe den neuen Lehrberuf Online-Händler anbieten können. Der E-Commerce-Kaufmann könnte im Lehrberufspaket 2018 enthalten sein, sagte Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der WKÖ-Bundessparte Handel.

Für den neuen Lehrberuf braucht es noch grünes Licht der Sozialpartner und des Wirtschaftsministeriums, die Wirtschaftskammer rechnet aber mit keinem Widerstand. "Wir wollen die österreichischen Händler ermutigen, die digitale Transformation anzugehen und nicht nur auf Veränderungen zu reagieren", meinte Thalbauer. Die österreichischen Händler kämpfen im Online-Handel seit Jahren mit ausländischer Mitbewerbern wie Amazon, Zalando & Co. Während alle heimischen Online-Shops im Jahr 2016 einen Umsatz von 3,4 Mrd. Euro erzielten, lag der Umsatz von Amazon in Österreich bei mehr als einer halben Milliarde Euro.

Zu den bisher angebotenen 15 Fachschwerpunkten in der Einzelhandels-Lehre (u.a. Lebensmittel, Mode, Elektronik, Kfz) können Lehrlinge und Lehrbetriebe ab dem Ausbildungsjahr 2017/18 zusätzlich den Schwerpunkt "Digitaler Verkauf" wählen. Der Schwerpunkt wird für fünf Jahre als Pilot eingerichtet und dann soll entschieden werden, ob die Inhalte im Regellehrberuf integriert werden. Auch wenn Jugendliche mit Social Media aufgewachsen seien, müssten sie spezielle Kenntnisse für den Online-Handel lernen, so Barbara Thaler, Online-Marketing-Expertin und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Tirol. Für den professionellen Umgang mit Social Media und Kundenbewertungen sowie Newsletter und Produktbeschreibungen benötige man Erfahrung. "Wir haben die Handelsausbildung in den letzten Jahren komplett evaluiert und neu aufgesetzt", so Jörg Schielin, Leiter des Bildungspolitischen Ausschusses der Bundessparte Handel in der WKO. "In der Ausbildung wird es ein Prüferhandbuch und ein Skriptum für die Lehrlinge geben. Die Ausbildung zum Händler wird so gut, dass es ein wirklich cooler Beruf für junge Leute werden wird. Wir werten den Beruf auf", so Schielin. 

Die Wirtschaftskammer erhofft sich durch den Online-Schwerpunkt in der Einzelhandelslehre und dem E-Commerce-Kaufmann, dass sich wieder mehr Jugendliche für eine Lehre im Handel interessieren. Aufgrund des demografischen Wandels und der Konkurrenz mit anderen Bildungsangeboten ist die Zahl der Lehrlinge rückläufig. Händler beklagen, nur schwer geeignete Lehrlinge finden zu können, und haben im Rahmen der letzten KV-Verhandlungen die Lehrlingsentschädigung um 9 Prozent angehoben, um den Anreiz für eine Lehre im Handel zu erhöhen. Im ersten Lehrjahr bekommen die Lehrlinge heuer 570 Euro, im zweiten Jahr 720 Euro, im dritten 1020 Euro und im vierten Lehrjahr 1.070 Euro. Im Handel gibt es rund 15.000 Lehrlinge, davon 11.000 im Einzelhandel. (apa)

Original erschienen am 21.02.2017: Handelszeitung.
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