Tirol: Streit um Olympia | Die Wirtschaft Direkt zum Inhalt
Olympisches Edelmetall glänzt längst nicht mehr so hell.

Tirol: Streit um Olympia

22.02.2017

Bringen Winterspiele nachhaltig wirtschaftliche ­Impulse? Darüber scheiden sich die Meinungen 

Soll Innsbruck nach 1964 und 1976  im Jahr 2026 zum dritten Mal Olympische Winterspiele ausrichten? Geht es nach dem Tiroler Tourismus­obmann und Seilbahn-Sprecher Franz Hörl, ist die Antwort dazu ein glattes „Ja“. „Die Erfahrungen, die wir in Österreich im Zusammenhang mit sportlichen Großereignissen machen konnten, sind durchwegs positiv. So waren diese Großereignisse oft Anlass, in Infrastruktur zu investieren oder wertvollen Wohnraum zu schaffen“, argumentiert Hörl. Mehrere – aber nicht alle – Untersuchungen zum Thema legen positive Impulse für die ganze Tourismusbranche nahe. Das Problem: Olympische Spiele sind bei der Bevölkerung längst nicht mehr so populär wie einst, das zeigen Beispiele wie München, wo Volksentscheide gegen eine Kandidatur ausfielen. 

Langfristige Nutzung?

Massiven Gegenwind gibt es auch von der Organisation Cipra, die sich seit den 1950er-Jahren für eine nachhaltige Nutzung des Alpenraums starkmacht. Dort spricht man gar vom „Virus Olympia“. Die Hauptkritik: die hohen Kosten und der Ressourceneinsatz für die Erschaffung der Sportstätten. Vor allem eine nachhaltige, sprich langfristige Nutzung wird vielfach infrage gestellt. Hörl lässt diese Argumente freilich nicht gelten. Die Gigantomanie der letzten Olympischen Spiele lehne auch er ab. Der Tourismusvertreter argumentiert in diesem Zusammenhang damit, dass im Alpenraum keine Neuerschließungen oder Erbauung großer neuer Sportstätten notwendig sind. 

Letztlich liegt der Ball aber beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Die Spiele im russischen Sotschi 2014 gestalteten sich aufgrund vielfacher Vergehen in Sachen Umweltverträglichkeit als PR-Disaster. Für 2022 gaben nur die Diktaturen Kasachstan und China Bewerbungen ab. Nachhaltigkeit war bisher kein Thema bei der Vergabe. 

Autor/in:
Daniel Nutz
Original erschienen am 22.02.2017: Gast.
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