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Ines Becker (links) und  ihre Chefin Katharina Gartner  im Hollmann Beletage

Schüchtern sollte man nicht sein

03.12.2015

Ines Becker (20) hat im Boutique-Hotel Hollmann Beletage gelernt, ihre Lehre als HGA soeben mit Auszeichnung abgeschlossen und ist begeistert von ihrem Beruf 

Wir haben seit sieben Jahren gute Erfahrungen mit Lehrlingen gemacht“, sagt Katharina Gartner, Assistentin der Geschäftsführung im Hollmann Beletage, einem ungewöhnlichen Hotel in Wiens Innenstadt. „Obwohl wir mit 26 Zimmern und einer Suite ein kleiner Betrieb sind. Aber genau das fordert und fördert auch unsere Lehrlinge: Wir können niemanden mitschleppen, bei uns muss jeder verantwortlich mitarbeiten.“Klingt stressig, ist es aber wohl nicht – wenn man der Typ dafür ist: Ines Becker aus Traiskirchen hat hier drei Jahre ihr Handwerk gelernt und soeben mit Auszeichnung abgeschlossen. „Es gibt nichts, was mir nicht Spaß gemacht hätte!“, sagt sie strahlend und man glaubt es ihr. Das liegt auch am Ausbildungsbetrieb. „Bei uns läuft alles sehr persönlich ab, die Gäste sind nett, Beschwerden kommen selten vor“, sagt Ines. „Es kommt eher darauf an, dem Gast die Besonderheiten des Hotels zu erklären, das ein wenig wie eine WG funktioniert.“ Sie war Rezeptionistin, Concierge und Managerin on duty in einem. „Ich musste mich auch um die Haustechnik oder das Frühstück kümmern, dem Gast das richtige Restaurant empfehlen oder für ihn eine Reise nach Prag organisieren.“ Ganz schön viel für eine 18- oder 19-Jährige!

Verstecken gilt nicht
Ines Becker ist keiner Herausforderung aus dem Weg gegangen, nachdem sie sich mit 16 für diesen Job und gegen eine Ausbildung an einer Modeschule entschieden hatte. Sie wollte unbedingt in der Wiener Innenstadt arbeiten. Hollmann Beletage fand sie im Internet und beschloss, sich dort zu bewerben. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagen Katharina Gartner und Ines Becker unisono. „Und wir suchen uns unsere Lehrlinge sehr genau aus“, ergänzt Gartner. „Wir sind ein junges Team, Lehrlinge passen gut zu uns und werden auch von unseren Gästen akzeptiert.“ „Wir reden viel miteinander“, sagt Ines. „Es findet ein ständiger Austausch statt, auch mit externen Firmen, die zum Beispiel Sightseeing anbieten. Man muss sich ständig informieren, über Restaurants, Ausflugtipps, das Kulturprogramm.“ Und die für viele unattraktiven Arbeitszeiten stören sie nicht? „Ich arbeite gerne am Wochenende und hab dafür mal mittwochs frei. Außerdem regeln wir das sehr flexibel, man kann auch mal tauschen.“ Man müsse grundsätzlich offen, ja weltoffen sein. Das könne man nicht lernen. Man müsse gern mit Menschen arbeiten, und schüchtern sollte man nicht sein, sagt Ines. Sie wird erstmal in einem klassischen Vier-Sterne-Haus in Baden arbeiten – das sei näher an zu Hause.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
Original erschienen am 03.12.2015: Gast.
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