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Gewinnen mit der Digitalisierung

26.09.2017

Die neue ÖGZ-Serie zu den Herausforderungen der Digitalisierung. Teil 1 mit fünf einfachen Tipps, wie Sie im Netz besser gefunden und beachtet werden. Von Reinhard Lanner.

Zur Person

Reinhard Lanner ist Managementcoach und Dozent an Fachhochschulen und Universitäten zu den Themen New Work, New Management & Storytelling. Davor leitete er den Bereich „Digital Media & Online Marketing“ bei der Salzburger Land Tourismus Gesellschaft und war Geschäftsführer von mehreren Tourismusorganisationen. www.reinhardlanner.com

Welche Hürden hat die österreichische Hotellerie und Gastronomie in Bezug auf die Digitalisierung zu nehmen? Zeit, Usability, Kosten und technologisches Wissen sind einige Antworten auf diese Frage. Auf keinen Fall darf man den Anschluss bei der Digitalisierung verlieren. Und dafür muss man nicht unbedingt ein Nerd sein und jedes Gimmick kennen.

Tipp 1: Der Digitalisierung mit Neugierde und Interesse begegnen
Die digitale Entwicklung wird die Arbeits- und Freizeitwelt weiter umgestalten. Technisierung hat die Welt in den vergangenen 150 Jahren extrem verändert. Viele Ängste der Menschen vor den neuen Entwicklungen haben sich zerstreut. Manche Branchen – wie auch der Tourismus – haben von den Technologien extrem profitiert. Wer heute der digitalen Entwicklung mit Interesse, Neugierde und Begeisterung begegnet, entdeckt täglich neue Chancen, um Arbeitsprozesse zu vereinfachen oder die Kommunikationswirkung zu vervielfachen.

Tipp 2: Die großen Plattformen kostenlos nutzen
Neun von zehn Informationssuchen beginnen auf einer Suchmaschine. Dabei ist Google der relevanteste Partner. Lieferte Google früher Suchergebnisse in Form von Links auf seiner Homepage, so entwickelt sich das Unternehmen immer mehr zur „Antwortmaschine“ – d. h. die gesuchte Information wird direkt auf der Google-Seite präsentiert. 
Liefern Sie daher diese digitalen Informationen an Google! Im kostenlosen Google-MyBusiness-Account kann man seine Öffnungszeiten, Fotos oder die Speisekarte eintragen. Seit kurzem gibt es auch die Möglichkeit, Artikel (z. B. Angebot des Monats) oder Ähnliches ganz einfach zu aktualisieren. Weiters wichtig: Halten Sie Ihre Social-Media-Seiten und die darauf promoteten Veranstaltungen aktuell.

Tipp 3: Kurzen Aufmerksamkeitsspannen begegnen
Die Zunahme an täglichen Reizen überwältigt uns – wir blenden immer mehr und immer öfter Dinge einfach aus. Nur mehr jene Informationen, die einen Nutzen versprechen oder einen Unterhaltungswert haben, werden wahrgenommen. Konzentrieren Sie sich in den digitalen Kanälen auf kurze Häppchen. Lassen sie alles weg, was unnötig ist. In einer Zeit des Überflusses ist ein Mehr an Information kein Nutzen.

Tipp 4: Kommunikation schafft Beziehungen 
Indem wir etwas erklären oder unterhalten, schaffen wir Bedeutung. Und Bedeutung schafft Beziehung. Die persönliche Komponente spielt dabei eine sehr große Rolle, sie war bisher schon die Grundlage erfolgreicher Geschäftsbeziehungen in Familienunternehmen. Diese Komponente sollte sich auch auf den digitalen Kanälen widerspiegeln. Dabei geht es nicht darum, persönliche Informationen preiszugeben, sondern Information über die Persönlichkeit zu kommunizieren.

Tipp 5: Finden Sie Kommuni­kationsthemen durch Fragen
Fragen Sie Ihren Koch, warum er diesen Beruf gewählt hat und was er an seiner Arbeit besonders liebt. Fragen Sie Ihre Stammgäste, warum sie immer wieder gerne zu Ihnen kommen. Fragen Sie Ihren lokalen Käse-Lieferanten, welche Schwierigkeiten er hatte und wie er sie überwunden hat. Die besten Geschichten werden nicht von einer Werbeagentur am Schreibtisch erfunden. Es sind die eigenen Werte, jene der Mitarbeiter, Gäste und Lieferanten, die interessante und unterhaltsame Geschichten liefern. Nutzen Sie es und schaffen Sie Nähe und Authentizität. Das suchen Ihre Gäste im digitalen Zeitalter.

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