Direkt zum Inhalt

Expertise: Digitalisierung fördert Nachhaltigkeit

22.05.2019

Es sind Themen, die die Branche auf viele Jahre beschäftigen und prägen werden und die enger miteinander verknüpft sind, als es oberflächlich vielleicht scheint: Reinhard Lanner, Chief Digital Officer der Österreich Werbung, über Nachhaltigkeit durch Digitalisierung im Tourismus

Reinhard Lanner war viele Jahre Geschäftsführer in Tourismusorganisationen, hat für SalzburgerLand Tourismus die Abteilung Digital Media & Online-Marketing aufgebaut und unterrichtet an FHs und Universitäten Digitalisierung und Kommunikation. Als Chief Digital Officer in der ÖW ist er zuständig für Digitalisierungsagenden, inklusive dem Innovation-Hub NETA.

Wenn wir an Digitalisierung denken, dann meistens im Kontext der Umwälzungen, auf die sich unsere Branche aktuell einstellen muss: Änderungen im Informationsverhalten, im Reiseverhalten, der Trend zu globalen Buchungsplattformen, neue Möglichkeiten im Online-Marketing – Sie kennen die Schlagworte zur Genüge. Was wir dabei viel zu leicht übersehen, ist, wie die Digitalisierung mit der zweiten großen aktuellen Herausforderung Hand in Hand geht: der Notwendigkeit für Nachhaltigkeit im Tourismus.

In der neuen Tourismusstrategie der Bundesregierung nimmt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle ein, garantiert sie doch den langfristigen Erfolg des heimischen Tourismus. Nach klassischer Theorie unterscheiden wir ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Als Ziel bis 2039 hat die UN außerdem 17 „Sustainable Development Goals“ vorgegeben, von nachhaltigem Konsum bis zum Klimaschutz. Und hier kommt die Digitalisierung ins Spiel. Neue Technologien können nämlich in so vielen Bereichen helfen, den Tourismus nachhaltiger zu machen. Nur ein paar Beispiele:

Der Beitrag der Digitalisierung

Für drei Viertel unserer Gäste ist das Auto immer noch das Anreisemittel der Wahl. Ökologisch nachhaltig ist anders. Mitfahrbörsen wie BlaBlaCar können aber helfen, den ökologischen Fußabdruck der Anreise deutlich zu reduzieren. Und vor Ort braucht es keinen privaten PKW mehr – angesichts von über Apps buchbaren E-Mobility-Angeboten, die unterschiedliche Verkehrsmittel vom E-Auto oder E-Scooter bis zur Bahn miteinander verbinden.
Auch aus dem Bereich Ressourcen-Management gibt es zahlreiche Beispiele. Etwa wenn im „Smart Hotel“ Smartmeter & Connected Systems den Energieverbrauch senken und helfen, Stromspitzen zu vermeiden. Oder wenn Sesselbahnen die benötigte Energie über Photovoltaikanlagen selber erzeugen. Oder sie die Geschwindigkeit dem Gästeaufkommen anpassen und so Energie sparen. 

Nicht zu vergessen natürlich die sozialen Aspekte. Digitale Prozessunterstützung befreit Menschen von Routinearbeiten. Sie können sich empathisch um den Gast kümmern, statt Check-in-Formulare auszufüllen. AI-unterstützte Software und In-Ear-Devices helfen, Sprachbarrieren abzubauen. Plus: Echtzeitmessungen, zum Beispiel über die Handyanbieter, ermöglichen Gästestromlenkung und helfen, Balanced Tourism zu sichern. So kann die Digitalisierung gute Dienste leisten, dass Tourismus in gutem Einvernehmen mit der lokalen Bevölkerung stattfindet, und insgesamt für mehr Nachhaltigkeit im Tourismus sorgen.

Werbung

Weiterführende Themen

Stories
04.09.2019

Mit innovativen Trainingsgeräten überzeugt ein Tiroler Familienunternehmen neben Skistar Marcel Hirscher unzählige Therapeuten und Sportler. Und das ...

Stories
03.09.2019

Mit neuen digitalen Diensten kann der Vertrieb über das Internet ganz neue Märkte erschließen – aber auch den eigenen Betrieb komplett umwälzen. Zwei österreichische KMU als Beispiel.

Interviews
03.09.2019

Dinge zu besitzen ist nicht mehr cool, die Wirtschaft wird glokal sowie ökologisch und das Handwerk feiert ein Comeback: Ein Blick in die Zukunft mit den ...

Markt
29.08.2019

METRO Österreich hat zum dritten Mal in Folge im Rahmen der „Wirtschaftsgespräche“ beim ...

Tourismus
14.08.2019

Beispiel Niederösterreich: Tourismus und Alltagsradler profitieren von 71 Mio. Euro an Investitionen in Niederösterreichs Radwege.

Werbung