Direkt zum Inhalt
Die Transportdrohne fliegt ohne Sichtkontakt und liefert punktgenau Lasten ab. Beim Testflug wurde die Pinzgauer Hütte bei Zell am See angesteuert.

Drohne deckt Hütte ein

06.09.2017

Sie kann elektrisch Lasten von bis zu 100 Kilogramm transportieren, erreicht Flughöhen von 1.000 Metern und funktioniert auch noch bei minus 20 Grad Celsius. Ist das die Zukunft der Hütteneindeckung?  

 

Das Team der Naturfreunde und von der Ionica freut sich über die gelungene Generalprobe, v. l. n. r.: Regina Hrbek, Günter Abraham, Astrid Salmhofer, Helmut Schwarzenberger (Naturfreunde), Alex Höller und Sebastian Vitzthum (Organisatoren der Ionica).

Für viele Menschen läuft der Erstkontakt mit Drohnen nicht unbedingt positiv ab. Man denke an Besucher von FKK-Bädern, die von diesen Flugobjekten von Unbekannten gefilmt wurden. Im Sommer gab es rund um dieses Thema einige Aufregung in Wiener Bädern. Auch Hausbesitzer fühlen sich bisweilen von überfliegenden Drohnen belästigt. Aber es gibt auch positive Beispiele. Eines ist so innovativ, dass es die Eindeckung von Hütten revolutionieren könnte. 

Viel Potenzial für die Zukunft 

Kürzlich wurde auf der Pinzgauer Hütte südwestlich der Schmittenhöhe bei Zell am See erstmals eine Drohne präsentiert, die künftig bei der Hüttenversorgung beispielsweise Hubschrauber ersetzen könnte. Die Naturfreunde und die Ionica (Kongress zur E-Mobilität, Zell am See 2018) präsentierten eine drei mal drei Meter große E-Lastendrohne, der man künftig in der Bergwelt durchaus öfter begegnen könnte. Auf einer Seehöhe von 1.700 Metern wurde die E-Drohne mit einer etwa 50 kg schweren Metallkiste beladen und von Jānis Putrāms, dem lettischen Piloten der Erbauerfirma Aerones SIA, gestartet. Es klappte alles hervorragend – die E-Drohne schwebte Richtung Piesendorf und landete nach dem Testflug wieder punktgenau am vorgesehenen Start- und Landeplatz nahe der Pinzgauer Hütte. 

Ohne Sichtkontakt

Die E-Drohne kann bis zu 100 kg schwere Lasten transportieren. In der derzeitigen Testphase darf die Drohne jedoch nur mit 60 kg beladen werden. Die Route kann vor jedem Abflug mittels GPS-Daten festgelegt werden, somit müsste die Drohne zukünftig im Flug nicht mehr mit Sichtkontakt gesteuert werden. Die E-Drohne kann bei voller Beladung etwa zwölf Minuten fliegen. Bei weniger Last sind derzeit bis zu 20 Minuten möglich.

Potenzial ist freilich genug vorhanden für diese Innovation: Die Naturfreunde besitzen rund 140 Hütten in Österreich. Alle alpinen Vereine zusammen betreiben in Österreich etwa 440 Hütten, von denen manche nicht oder nur sehr schwer zugänglich sind. Diese Technologie könnte zukunftsweisend für eine umweltschonende Hüttenversorgung werden. 

Die Naturfreunde engagieren sich bekanntermaßen für einen schonenden Umgang mit der Natur. Eine ihrer Kernaufgaben ist es, für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft in allen Lebensbereichen beizutragen. Dass dies keinen Widerspruch mit technologischen Innovationen darstellen muss, zeigt ihr neues Projekt: „Tradition und Innovation lassen sich bei dieser neuartigen Idee sehr gut vereinen. Die Naturfreunde wollen die moderne E-Technologie dazu nutzen, um eine geräuscharme, geruchlose und vor allem umweltschonende Versorgung für unsere Hütten in Zukunft zu gewährleisten“, sagte Günter Abraham, Bundesgeschäftsführer der Naturfreunde Österreich im Zuge der Präsentation bei der Pinzgauer Hütte.

Geringere Kosten

Begeistert zeigt sich auch Sophia Burtscher, Landesvorsitzende der Naturfreunde Salzburg und Hüttenwirtin der Rauchenbühelhütte: „Diese Technologie bietet eine große Chance für die Hüttenversorgung im hochalpinen Raum. Wir erwarten uns hier zukünftig flexiblere Belieferungsmöglichkeiten und eine Minimierung der Versorgungskosten im Vergleich zur derzeitigen Hubschrauberversorgung.“ Sebastian Vitzthum, Organisator der Ionica in Zell am See: „Die hier gezeigte E-Drohne ist ein typischer Vertreter der neuen Hightech-Möglichkeiten in der Luftfahrt.“

Autor/in:
Alexander Grübling
Werbung

Weiterführende Themen

Kommentar
24.05.2018

Kommentar von Daniel Nutz.

Benedikt Zangerle, Küchenprofi(t)-Berater Benedikt Zangerle, Area-47-Küchenchef Martin Randolf und Markus Daschil, Hotel Bergland (v. l. n. r.)
Gastronomie
29.11.2017

Küchenberater helfen dabei, Küchenabfälle zu vermeiden. Was das bringt, zeigen die Beispiele Hotel Bergland in Seefeld und der Tiroler Freizeitpark „Area 47“.

 

In 10 Jahren ermöglichten 260.000 verkaufte "Suppen mit Sinn" bis zu 2,6 Mio. warme Mahlzeiten für Bedürftige.
02.11.2017

Seit 2008 wurden 260.000 Portionen der "Suppe mit Sinn" serviert. Dadurch konnten die Tafeln rund 2,6 Mio. Portionen Essen an armutsbetroffene Menschen Verteilen. Die erfolgreiche Aktion feiert ...

Hotellerie
10.10.2017

Expertentipp von Franz J. Kolostori, ­Geschäftsführer von eyepin eMarketing Software. 

Tourismus
26.09.2017

Die neue ÖGZ-Serie zu den Herausforderungen der Digitalisierung. Teil 1 mit fünf einfachen Tipps, wie Sie im Netz besser gefunden und beachtet werden. Von Reinhard Lanner.

Werbung