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Digitales Mise en Place

22.06.2020

4 Thesen für die Digitalisierung der Gastronomie nach Corona von Felix Schönfelder, Geschäftsführer der Socialwave GmbH, ein auf Marketing- und Digitallösungen für Gastronomiebetriebe spezialisiertes Unternehmen. Wir geben sie hier in verkürzter Form wider.

Lieferservice wird bleiben und funktioniert besser mit digitaler Unterstützung.

1. Änderung des Bestellsystems

 

Die Corona-Pandemie zwingt die Gastro-Betriebe noch ressourcenschonender und effizienter zu arbeiten. Der Fokus liegt auf dem Tagesgeschäft vor Ort, der Zubereitung der Speisen und der Bewirtung der Gäste. Unter Hochbetrieb erschweren die Corona-Auflagen einen reibungslosen Ablauf. Hinzu kommt, dass die Annahme von telefonischen Bestellungen in den Stoßzeiten oft Personal kostet und mehrere Minuten dauern kann. „Digitale Bestellungen sind wesentlich effizienter, sowohl für die Gäste als auch für die Betriebe. Sie nimmt Restaurant-Betreibern zeitraubende Arbeit ab, sie müssen sich nicht noch um anrufende Kunden kümmern.“

 

2. Digitale Sichtbarkeit fördert analogen Umsatz

 

Klare Gewinner der Corona-Krise sind Digitalangebote. Wer online nicht oder kaum auffindbar existiert, hat es auch offline immer schwerer. Um auf Online-Angebote schneller aufmerksam zu machen und überhaupt in den Fokus potentieller Kunden zu rücken, ist eine Internetpräsenz für Restaurants, Bars und Cafés wichtig. Dazu gehören die Auffindbarkeit über Google durch SEO-optimierte Einträge, eine entsprechende Gestaltung der Homepage sowie Social-Media-Kanäle.

 

3. Trend zum Lieferservice

 

Das kulinarische Angebot vor Ort verliert vor allem für jene Menschen noch mehr ihren Reiz, die bereits vor Corona lieber zu Hause gegessen hätten. Insgesamt ist davon auszugehen, dass Außer-Haus-Verzehr und Lieferservice künftig nicht mehr Ergänzung des Umsatzes sind, sondern fester Bestandteil. „Dieser neuen Realität muss sich die Gastronomie-Branche anpassen. Wichtig sind eine flexible Personalplanung und die Koordination des Lieferservices.“ Die Basis bleiben funktionale und digital unterstützte Prozesse. 

 

4. Selberkochen statt Essen gehen

 

Aufgrund von Kurzarbeitergeld oder plötzlicher Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Pandemie sind hohe Restaurantkosten, zumindest momentan, für die Betroffenen nicht aufzubringen. Selberkochen ist in den vergangenen Monaten zum Trend geworden. So konnte der deutsche Kochbox-Lieferant HelloFresh seinen Umsatz im ersten Quartal um 66 Prozent auf knapp 700 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern und auch die Nutzerzahlen gingen deutlich nach oben. „Um diese Tendenz zu nutzen, können digitale Kochkurse angeboten werden. So können fehlende Einnahmen ausgeglichen werden.“ Auch hier: Das Fundament ist das digitale Mise en Place. Wer jetzt in IT-Infrastruktur investiert, bleibt auch künftig erlebbar. „Digitale Events sind beliebt. Etwa wenn der Koch die Zubereitung eines Spargelgerichts spontan zeigt und live bei Instagram postet. Das wiederrum ist gut für die Marke“, sagt Schönfelder abschließend.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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