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Handtücher im Bratwurstlook begrüßen Gäste: Willkommen im Bratwursthotel.

Das sind die Hoteltrends 2019

17.01.2019

Was kommt, was geht, was bleibt? Ein Blick auf die Trends, die 2019 auf die Hotelbranche zukommen. Von „A“ wie „Adults-Only-Konzept“ bis „Z“ wie „Zielgruppen-Hotels“

„Relax, we post“ von ibis in Zürich und Genf: Gäste überlassen ihr Smartphone einem Instagram-Butler, der für sie postet, während sie digital detoxen.
Lobby mit High-Speed-Internet, Steckdosen und bequemen Sitz- und Arbeitsplätzen: Co-Working-Space im Wiener Hotel Schani.

Adults-only-Konzepte

Eine Trennung der Altersgruppen steht bevor: Erwachsene wollen unter Erwachsenen reisen und buchen verstärkt Adults-only-Häuser. Den Trend bestätigt auch TUI Österreich: Mehr als jede zweite Urlaubsreise, die gebucht wird, entfällt auf zwei Personen ohne Kinder. „Urlaub nur für Erwachsene wird so stark nachgefragt wie nie zuvor. Darum bauen wir unser Angebot in diesem Segment heuer massiv aus. Besonders stark wachsen wir mit unserem Adults-only-Konzept TUI Sensimar: 12 neue Hotels und ein Schiff ergänzen das Portfolio. Das ist die größte Expansion in der zehnjährigen Geschichte von TUI Sensimar", so TUI Österreich Geschäftsführerin Lisa Weddig. Insgesamt sind bei TUI 600 Adults-only-Hotels buchbar.

Außergewöhnliche Erfahrungen

Reisen werden immer individueller, deshalb legen Kunden auch Wert auf individuelle Hotels abseits des Einheitsbreis – und ein entsprechendes Service. Statt dem typischen Touri-Programm braucht es außergewöhnlichen Ideen und Kooperationen mit Anbietern, die Touren abseits der ausgetretenen Pfade anbieten. Besonders hip geht das amerikanische Life-House-Hotel an den Start: Die brandneuen Hotels in Miami haben eine App entwickelt, mit der Gäste sich nicht nur untereinander vernetzen, sondern auch „Local Ambassadors“ aus der Gegend kontaktieren können, um von ihnen Insidertipps zu erhalten.

Co-Working-Spaces

Hotels bauen immer häufiger um und setzen auf größere Lobbys mit High-Speed-Internet, vielen Steckdosen und bequemen Sitz- und Arbeitsplätzen – und kreieren so eine Art Co-Working-Space, der nicht nur Hotel-, sondern auch Tagesgäste anziehen soll. In Wien ist das Hotel Schani mit seinen 14 Co-Working-Tischen ein Vorzeigeprojekt, das nun allerdings Konkurrenz von der Hamburger Novum Hospitality und dem neuen Konzept „niu“ bekommt. Das hippe Hotel verfügt über eine sogenannte „Living Lobby“ – mit Bar, Co-Working Spaces und unterschiedlichen Events.

Digital Detox

Immer mehr Hotels bieten Digital Detox an, wo der Gast sein Handy während seines Aufenthaltes wegsperren kann. Das Seehotel Jägerwirt auf der Turrach hat ein Paket namens „Urlaub offline“ geschnürt: Am Zimmer liegen Handysärge aus Zirbenholz, in denen das Mobiltelefon während des Urlaubs eingeschlossen werden kann. In der Hubertus Alpin Lodge & Spa im Allgäu werden Gäste für Digital Detox belohnt: Wer sein Handy an der Rezeption abgibt, bekommt zur Abreise ein Stück Bergkäse geschenkt. Humorvolle Aktion: die Kampagne „Relax, we post“ von ibis in Zürich und Genf. Gäste überlassen ihr Smartphone einem Instagram-Butler, der für sie postet, während sie digital detoxen.

Generation Y-Konzepte

Millennials bleiben ein wichtiger Markt in der Hotelbranche, daher reagieren große Hotelketten und kreieren neue Marken für die junge Zielgruppe. Im Trend liegen eigene Hotelmarken mit hippen Konzepten. Vorreiter sind u. a. Best Western mit „Vib“, Hyatt mit ‘House“ und „Andaz“, Mariott mit „Moxy“, Starwood mit „Aloft“, Accor Hotels mit „JO&JOE“ oder Steigenberger mit „Jaz“. In Wien richten sich aktuell die Augen auf das neue „SO/“, die Lifestyle-Marke der Sofitel Hotels. Nach Häusern in Berlin, Mauritius, Bangkok, St. Petersburg und Singapur eröffnete das erste österreichische „SO/“ im Herbst im vorherigen Sofitel Vienna Stephansdom.

Hoteldirektbuchungen

Auch wenn Portale wie Booking.com, HRS oder Expedia nachwievor auf dem Markt funktionieren, bleibt der Trend in Richtung Hoteldirektbuchungen. Der Vorteil für Hotels liegt ganz klar in der Kostenersparnis, da die Vermittlungsgebühren wegfallen und eine bessere Kundenbindung möglich ist. Die Austria Trend Hotels bieten beispielsweise Gästen, die sich auf deren Webseite registrieren und ein Zimmer buchen, nicht nur eine Bestpreisgarantie, sondern auch 10% Rabatt. 

Individualismus

Zimmer in Hotels sehen nicht mehr gleich aus, dafür feiern individuelle Hotels einen Siegeszug. Räume werden vermehrt einzigartig eingerichtet, um dem Gast ein Boutique-Hotel-Gefühl zu geben. In manchen Hotels greift jedes Zimmer ein anderes Thema auf, auch die allgemein zugänglichen Räumlichkeiten setzen auf Extras – und Gäste erleben ein Unique Feeling in Themenhotels wie dem V8 Autohotel in Stuttgart, den Musikzimmern im Zic Zac Rock-Hotel in Zürich oder dem brandneuen Bratwursthotel in der Nähe von Nürnberg.

Instagramability

Immer mehr Hotels erkennen den Werbewert von Instagram und machen ihre Häuser fototauglicher – indem sie Instagram-taugliche Orte im Hotel kreieren und Räume und Zimmer so einrichten, dass sie auf einem Foto möglichst hip erscheinen. Neben etablierten Hotels setzen auch Veranstalter auf das Konzept der Werbung auf Instagram & Co. So investiert beispielsweise Thomas Cook aktuell in die stylishen Cook’s-Club-Unterkünfte, nach dem Motto: „Die Urlauber von heute wollen ein Instagram-fähiges Hotel“, so der Vorstandsvorsitzende Peter Fankhauser. Das erste Haus hat auf Kreta eröffnet, 2019 will der Konzern 15 Cook’s Clubs haben.

Künstliche Intelligenz

Hotelzimmer werden immer mehr vom Internet gesteuert: Gäste können mit ihren Smartphones Zimmer aufschließen, Licht und Temperatur einstellen, Netflix auf dem Fernseher streamen oder über einen sprachgesteuerten Assistenten Snacks bestellen. Im deutschsprachigen Raum setzt das Motel One in München einen Trend: Ein Roboter, der als Concierge an der Rezeption steht, beantwortet Fragen der Gäste – vom Frühstück über die Bar bis hin zur Lederhose, die er trägt.

Mixed Use-Konzepte

Hotels haben meist teure Flächen. Um diese wirtschaftlich besser zu nutzen, geht der Trend in Richtung Mixed Use-Konzepte. Die Idee? Den Raum anderen Nutzern zu überlassen, zum Beispiel mit temporären Pop-up-Stores oder passenden Partnern. Das schafft einen Mehrwert und wirkt sich günstig auf die Erträge aus. Sogenannte Open-Lobby-Konzepte kennt man vor allem aus den USA, aber auch in Deutschland tut sich viel, zum Beispiel in den Holiday Inn Hotels mit Starbucks, 25hours Hotels mit Kiosk in Kooperation mit Verlagshäusern oder mit „Two Wheels Good Pop-up Store“, der Leihfahrräder anbietet.

Regionalität

Regionalität und Bio bleiben weiterhin elementar. Der Trend ist nicht neu, aber im Wachsen, da die Bedürfnisse der Kunden sich verändert haben. Diese wollen wissen, von wem und von wo die Lebensmittel herkommen, die auf den Tellern in Hotelrestaurants landen. In der Hotel-Gastronomie sind 2019 daher jene Gewinner, die ihren regionalen Fokus und die Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten verstärken. Ein gutes Beispiel ist eine brandneue Plattform für die Südtiroler Hotellerie: Regio Hotel listet über 50 Hotel-Betriebe, die Wert auf Regionalität legen.

Sharing Economy

Angebote wie AirBnB, die an den Sharing-Economy-Boom anknüpfen, erleben weiterhin einen Höhenflug, wie man z. B. in Form der Grätzl-Hotels in Wien sieht. Denn das Geschäft mit dem Teilen boomt auch bei uns: 47 Prozent der Österreicher nutzten im letzten Jahr diverse Sharing-Dienste. Am beliebtesten waren die Bereiche Medien & Unterhaltung (28 Prozent), gefolgt von Hotels & Unterkünfte, Mobilität sowie Handel & Konsumgüter (zu je 20 Prozent).

TV-Technologie

Fernseher in Hotels sind längst nicht nur Fernseher, sondern werden im Idealfall smarter: Der Gast hat Zugriff auf bis zu 300 Apps, Mediatheken, Nachrichten, Wetter, Spiele, Speisekarte, Hotelservices und mehr. Zudem kann der Gast Content von seinen Endgeräten auf den Fernseher übertragen. Ein führender Partner ist hier Panasonic: Für Hotel/Hospitality-TV haben die TV-Geräte unter anderem den Hotelmode sowie eine ergänzende Customized-TV-Funktionalität eingebaut, um den Bedürfnissen des Nutzers perfekt zu entsprechen.

Zielgruppen-Hotels

Wer sich für spezielle Zielgruppen positioniert, hat gute Chancen auf Erfolg. Bestes Beispiel: haustierfreundliche Unterkünfte, die vom Kunden immer mehr gesucht werden. Laut aktuellen Schätzungen gibt es in Österreich 500.000 Hundehalter mit rund 650.000 Hunden. Etwa 30 Prozent davon - also rund 200.000 – dürfen mit in den Urlaub. Deshalb boomt auch das Urlaubsportal www.hundehotel.info, auf dem man ein Verzeichnis mit 263 hundefreundlichen Hotels und Pensionen findet. Die beliebtesten sind das Hotel Riederhof in Ried im Oberinntal/Tirol, das Landhotel Almfrieden in Ramsau am Dachstein/Steiermark und das Panoramahotel Inntalerhof in Seefeld/Tirol.

Autor/in:
Jasmin Kreulitsch
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