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Benchmark-Tool für Tourismus

12.11.2015

Die 16. Destinationsstudie des ÖHV ist aussagekräftiger denn je: Der Analysezeitraum wurde erweitert und Nächtigungszahlen intelligent interpretiert. Erstmals werden nur offizielle Regionen miteinander verglichen.

 

Wir sind bei Big Data angekommen“, sagte Markus Gratzer, Geschäftsführer
der ÖHV, bei der Präsentation der neuen Destinationsstudie, gemeinsam entwickelt mit Touristikern und Manova. Sie steht ab sofort zum Download bereit: www.manova.at. In Webmark, dem Online-Statistik-Tool von Manova, können Daten vertiefend und kostenpflichtig eingesehen und analysiert werden: Verblüffend aussagekräftig, wie Klaus Grabler, Geschäftsführer von Manova, mit wenigen Klicks vorführen konnte. Damit kann man sehr detailliert feststellen, wo man steht, sogar im internationalen Vergleich im Alpenraum, teilweise bis zu 15 Jahre zurück in die Vergangenheit. Man kann nach verschiedenen Themen, Regionen, Saisonen oder Topografie filtern und bekommt so treffsichere Daten.

Stadt contra Land

Und was sagt die neueste Studie generell über den österreichischen Tourismus und seine Destinationen? Der urbane Raum konnte weiter punkten: Wien, Innsbruck und seine Feriendörfer, Salzburg-Stadt und Linz sind die Gewinner (in der Karte dunkelgrün): Der Trend zu Städtereisen ist ungebrochen. Beste nichtstädtische Destination ist Saalfelden-Leogang.

Die Top 5 punkten mit hohen Nächtigungsvolumina, hoher Auslastung und einem internationalen Gästemix. „Neben den Städten performen vor allem Wellness- und Kulinarik-Destinationen überdurchschnittlich“, sagt Grabler. „Dagegen scheint es, als ob Seen und Berge etwas aus der Mode gekommen wären.“ Bergregionen mit einem ausgeprägten Sportangebot können noch mithalten. Wer allerdings Sport und Nachhaltigkeit oder Sport und Kultur im Angebot hat, musste rückläufige Nächtigungen und Auslastungen im Winter hinnehmen. Schwierig gestaltete sich das abgelaufene Tourismusjahr auch für kleinere städtische Destinationen, die mit Kultur punkten wollten. Einzige Ausnahme: Die Top-Hotellerie und Ferienwohnungen konnten auch hier Nächtigungsgewinne erzielen. „Das Ranking spiegelt nicht nur die aktuellen Trends wider, sondern legt auch den Finger in alte Wunden, die zu lange vernachlässigt wurden“, sagt Markus Gratzer. „Destinationsmanager und Hoteliers stoßen hier irgendwann an ihre Grenzen.“ Selbst so erfolgreiche Maßnahmen wie der Advent am Wolfgangsee konnten die Region übers ganze Jahr nicht wirklich beflügeln. „Da ist die Politik gefragt, um die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen: Infrastruktur, Anreisemöglichkeiten ohne Auto, Bewerbung und Ähnliches. Davon profitieren im Endeffekt alle!“ Gratzer fordert auch aussagekräftigere Daten zur Wertschöpfung auf Gemeindeebene, – für eine nötige Tourismusstrategie.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
Original erschienen am 12.11.2015: Gast.
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