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Am Wort | Platzt jetzt die „Craft-Bier“-Blase?

03.12.2015

Ob klein oder groß, solide oder wackelig: Jetzt ist jede Brauerei „Craft“. Laut US-Definition sind sogar die Brauereien der Großkonzerne „Craft“. 

In den Anfängen dieses Prädikats bedeutet das: fundamental handwerklich gebraut, unabhängig von Konzernen, charaktervoll, hopfenbetont. Wir als Gusswerk haben solides Bierbrauen – lange bevor es diesen Begriff gab – immer so verstanden. Heute ist der Begriff „Craft“ so inflationär, dass er zu platzen droht! Denn während Geschmack subjektiv ist, ist Braukunst unteilbar und beruht auf langjähriger Erfahrung. Es geht um erstklassige Rohstoffe, bestes Wasser und hochqualitative Verarbeitung, achtsamen Umgang mit Umwelt und MitarbeiterInnen inklusive. 

Wir sind ein regionaler Arbeitgeber und sind das gerne. Wir legen Wert auf kurze Lieferwege, Zutaten in Bioqualität sowie nachhaltige Produktion mit Bedacht auf den CO2-Footprint. Dazu zählen laufende Investitionen in Produktionsverbesserungen von der Maschinentechnologie über die Logistik bis zum Vertrieb. Es genügt also nicht, eigenes Bier mit großer Begeisterung in Garagen abzufüllen: Das zeugt zwar von einer neuen Wertschätzung für Bier, aber ist man damit schon ein Braumeister? 
Auch wenn Bierbrauen ein freies Gewerbe ist. Um solide Qualität für den Wiederverkauf herzustellen und Lehrlinge auszubilden, sind eine ordentliche Ausbildung und viel Erfahrung notwendig. Daher wünsche ich mir auch eine Renaissance der Wanderjahre für junge Braumeister. Denn: Ob Craft oder nicht – gutes Bier braucht ein Fundament.

Reinhold Barta, Brauhaus Gusswerk

Original erschienen am 03.12.2015: Gast.
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