Direkt zum Inhalt
Die QGV präsentiert die neue Datenplattform mit Produktions- und Veterinärdaten aller heimischen Geflügelbetriebe.

Geflügelgesundheitsdienst präsentiert zentrale Datenbank

13.02.2019

Die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung präsentierte ihr weltweit einzigartiges Projekt: In der neuen zentralen Datenbank „Poultry Health Data” werden Produktions- und Veterinärdaten aller heimischen Geflügelbetriebe vollständig, transparent und rückverfolgbar dokumentiert. 

Die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) veröffentlicht anlässlich des Geflügelfachtages der diesjährigen Wintertagung des Ökosozialen Forums am Mittwoch, 30. Jänner, im Kultursaal Hatzendorf einen Kurzfilm über die Bedeutung der zentralen Datenbank „Poultry Health Data” (PHD). Jeder Geflügelbetrieb, jeder Stall, jede Herde sowie alle Veterinärdaten werden von den Betrieben, den Betreuungstierärzten und den Amtstierärzten der Veterinärbehörden in der PHD dokumentiert. Aufgrund des Mitgliedergrades beim QGV im Ausmaß von über 90 Prozent kann somit von einem vollständigen Überblick über die Produktions- und Veterinärdaten aller österreichischen Geflügelbetriebe gesprochen werden. Es ist EU-weit und global einzigartig, dass landesweit die gesamte Produktion derart vollständig, transparent sowie rückverfolgbar dokumentiert wird und die Daten im Interesse der Lebensmittelsicherheit zur Verfügung stehen. 

Entwickelt wurde diese Datenbank erstmals in den Jahren 2000 bis 2002, um die Vorschriften der Geflügelhygiene-VO des Gesundheitsministeriums sowie des Geflügelgesundheitsprogrammes der QGV und des AMA-Gütesiegels zur Überwachung aller Stufen der Geflügelproduktion auf Salmonellen und deren Bekämpfung zum Schutz der Bevölkerung voranzutreiben. Seit 2002 konnte die Häufigkeit von Salmonellen-Erkrankungen bei Menschen mithilfe der EDV-technischen Möglichkeiten um 80 Prozent zurückgedrängt werden. 

Bereits 2005 und 2006 erfolgte eine engagierte Weiterentwicklung der PHD-Datenbankstruktur um den Bereich Antibiotika-Dokumentation. Seit 2008 verfügt die QGV über vollständige Daten zum Antibiotikaeinsatz in der heimischen Geflügelhaltung. 2015 wurde ein Ranking der Geflügelmäster (Hühner- und Putenmäster) erstellt und allen Betrieben, Betreuungstierärzten und Schlachtunternehmen zur Verfügung gestellt. Auf Basis der Veterinär-Antibiotika-Mengenströme-Verordnung wurde die QGV vom Gesundheitsministerium als Meldestelle und Bündler für Antibiotika-Daten des heimischen Geflügelsektors anerkannt. Durch wissenschaftlich analysierte Daten und Statistiken wurde es möglich, in Kooperation mit der Abteilung Daten, Statistik und Risikomanagement der AGES Graz aussagekräftige Benchmarks zu entwickeln, die Auskunft über den Status der einzelnen Betriebe geben. 

Über ein neu entwickeltes Statistik-Modul in der zentralen Datenbank „Poultry Health Data” (PHD) kann ab sofort jeder Geflügelhalter Kennzahlen, Grafiken und Benchmarks über die Antibiotika-Verschreibungen bei seinen Herden im Vergleich zu allen anderen Berufskollegen online ablesen. Im nächsten Schritt werden die vielfältig vorhandenen Produktionsdaten, Impfdaten sowie Ergebnisse der Schlachttier- und Fleischuntersuchung auch ausgewertet und künftig auch den Betrieben sowie Tierärzten in Form von Statistiken, Benchmarks und Grafiken zur Verfügung gestellt. 

Bewusstseinsbildung als Investition zur Qualitätssicherung 
„Durch die statistische Aufbereitung der verschiedenen Daten aus der PHD der QGV können wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Betriebe und Herden mit sogenannten 'Ausreißer-Daten' (z. B. hohen Antibiotika-Werten) ermöglichen dem Geflügelgesundheitsdienst zielorientierte Ursachenanalysen und Maßnahmen zur Reduktion der Einsatzmengen für die kommenden Herden”, ist der Leiter des Instituts für Daten, Statistik und Risikomanagement, Klemens Fuchs, von der Bedeutung der entwickelten Benchmarks und grafischen Darstellungen für den gesamten Geflügelsektor überzeugt. 

Der Antibiotikaverbrauch konnte in den vergangenen fünf Jahren um rund 55 Prozent gesenkt werden. „Wir möchten sicherstellen, dass alle Geflügelhalter und Betreuungstierärzte durch bestmögliche Informationen Kenntnis darüber haben, wie es um den Antibiotika-Einsatz im Vergleich zu den anderen Geflügelbetrieben Österreichs steht”, so Martina Glatzl, Obfrau der QGV. „Unser Ziel ist es nun in erster Linie, den Einsatz kritischer Antibiotika zu senken.” 

Gesundheitsministerium begrüßt Einführung von Benchmarks 

Der Aufbau der Datenbank „Poultry Health Data” durch die QGV seit dem Jahr 2000 und die spätere Einführung der elektronischen Dokumentation jeder Behandlung mit Tierarzneimitteln direkt bei jeder Geflügelherde ab dem Jahr 2008 waren rückblickend unumstritten richtige Maßnahmen für die Erhaltung und Sicherung des Qualitätsstandards der österreichischen Eier- und Geflügelprodukte. 

„Die nunmehr seit 2008 vorhandenen Daten sind bestens geeignet, Schwachstellen zu eruieren beziehungsweise Betrieben mit hohem Antibiotika-Verbrauch durch spezielle Programmmaßnahmen zu helfen, den Verbrauch künftig zu senken und weitere Verbesserungen zu erreichen. Die proaktiven Bemühungen des Geflügelgesundheitsdienstes QGV sind als positiv zu bewerten und auch geeignet, den Einsatz der kritischen Antibiotika in der Geflügelwirtschaft bestmöglich zu vermeiden”, so der Bereichsleiter für Verbrauchergesundheit und Veterinärwesen im Gesundheitsministerium, Ulrich Herzog. 

Für QGV-Obfrau Martina Glatzl ist die Datenbank deshalb von so großem Wert, weil durch das System der herdenbezogenen, vollständigen Datenkette eine durchgängige und rückverfolgbare Transparenz gelungen sei, die sowohl den Betrieben und den Tierärzten in der täglichen Praxis als auch den Amtstierärzten der Veterinärbehörden sowie den Organen der Lebensmittelaufsicht enorme Vorteile bringt. „Sowohl in der Frage der Salmonellenbekämpfung als auch im Bereich der Reduktion des Antibiotika-Einsatzes, im Interesse des Tierwohls und vor allem im Interesse der Verbesserung und Sicherung der Lebensmittelqualität aller Produkte des österreichischen Geflügelsektors konnten dank der Poultry Health Data der QGV in den letzten 20 Jahren große Erfolge erzielt werden. Die QGV ist davon überzeugt, dass der aktuelle Trend zur Digitalisierung auch im Bereich der Lebensmittelsicherheit und des Tiergesundheitsdienstes weitere Modernisierungen bringen wird”, so Glatzl abschließend. 

Die PHD Hotline kümmert sich um alle Anfragen und leistet schnelle Hilfe: Tel.: +43/(0)2272/826 00 - 13 und hotline@qgv.at

Und hier gibt es den neuen Kurzfilm über die Poultry Health Data (PHD) zu sehen. 
Original erschienen am 13.02.2019: Fleischerzeitung.
Werbung

Weiterführende Themen

Im Gespräch: Die „Moßhammers" erzählen über ihre neueste Errungenschaft.
Thema
29.04.2019

Welche Vorteile bringt die Digitalisierung im eigenen Betrieb? Bringt digitale Produktwerbung im Haus wirklich etwas? Wo soll man anfangen und wo bekommt man zur Bewerbung authentische ...

Ein virtueller Rundgang soll Nutzern bereits im Vorfeld einen Eindruck von neuen Verkehrs­infra­struktur­projekten bieten.
Aktuelles
23.04.2019

Das AIT forscht an neuen Anwendungsmöglichkeiten von Virtual und Augmented Reality im Rahmen der Stadt- und Mobilitätsplanung.

Gemeinsam ­Innovationen fördern (v. l.): Wolfgang ­Hillebrand, ­Markus Handler, Philipp Tomaselli, Elmar Hagmann, Christian Wimberger und Anton Rieder haben  die Smart ­Construction ­Austria gegründet.
Aktuelles
23.04.2019

Unter dem Namen Smart Construction Austria gründen sechs Baufirmen aus ganz Österreich eine Forschungs- und Entwicklungs-Gesellschaft.    

Nachdem STM-Anlagen seit Jahren M2M-fähig sind, konzentriert sich das Unternehmen jetzt darauf, bietet das Unternehmen nun auch persönliche Beratung für seine Kunden an.
Technik
18.04.2019

Automatisierte Produktion. Mit Industrie 4.0 integrierten Wasserstrahl-Schneidsystemen erleichtert STM Herstellern den Einstieg in eine vollautomatisierte Produktion.

Stories
14.04.2019

Es dauert noch einige Jahre, bis Computer wirklich die volle Kontrolle über unsere Autos übernehmen. Die Logistik ist dagegen schon einen großen Schritt weiter.

Werbung