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Wenn die Kleinen über die Großen triumphieren beziehungsweise die Kleinen mal ganz groß.

Vorsprung: Mobile Kleingeräte gegenüber großen TVs mit Ultra-HD

07.09.2015

Große Flachbildfernseher stehen auf der Elektronik-Messe IFA 2015 in Berlin nicht gerade im Rampenlicht: Ihnen stehlen Smartphones und kleine, mobile Geräte wie Smartwatches die Show. Doch die immer dünneren und größeren Geräte sind nach wie vor ein Aushängeschild für die Branche der Unterhaltungselektronik.

Die Hersteller versuchen mit zusätzlichen Techniken, die Bilddarstellung ihrer Ultra-HD-Geräte noch einmal zu verbessern. Inzwischen haben fast alle High-End-Geräte die sogenannten HDR-Technologie mit an Bord. Sie soll bereits von weitem betrachtet einen deutlichen Unterschied in der Bildqualität ermöglichen.Die High Dynamic Range genannte Technik setzt auf dem ohnehin schon scharfen Bild in Ultra-HD (auch 4k genannt) noch eines drauf. Es sei zwar "nur" eine technische Weiterentwicklung von Ultra-HD, aber der Unterschied sei auf den ersten Blick augenfälliger als beim technologischen Sprung von Full-HD zu Ultra-HD, sagte Gerrit Gericke, Sprecher von Sony. HDR sei auf jeden Fall eines der großen Themen auf der diesjährigen IFA. Mit dem Verfahren wird der Kontrast der Bilder auf der Mattscheibe noch einmal deutlich erhöht. Das Display gibt erkennbar mehr Helligkeit wider, ohne jedoch die dunklen Schwarztöne zu beeinträchtigen. Sony etwa will viele Ultra-HD-Fernseher, die technisch entsprechend ausgestattet sind, auch nachträglich mit einem kostenlosen Software-Update auf den aktuellen Stand bringen.

Samsung optimiert seine Premium-Reihe zudem mit der SUHD-Technologie, die zusätzlich kraftvolle Farben und Detailreichtum liefern soll. Dabei sorgen feine Nanokristalle für farbenfrohe und hellere Bilder und ermöglich laut Hersteller einen bis zu 20 Prozent größeren Farbraum. Ein neues Top-Modell mit einer Bildschirmdiagonale von 55 Zoll soll bereits Mitte September in den Handel kommen.

Auch das Flaggschiff-Gerät von Panasonic soll dank HDR absolute Schwarzwerte darstellen. Die Farbwiedergabe justierte der japanische Konzern nach eigenen Angaben mit Unterstützung von Experten aus Hollywood. Es solle jedes Pixel genau so wiedergegeben werden, wie es der Regisseur beabsichtigt habe, lautet das Versprechen. Für die Feinabstimmung besonders der Schwarzwerte komme dem Unternehmen seine Erfahrung aus der Plasma-Display-Technologie zugute.

Beim 65 Zoll großen, an den Seiten leicht gebogenen Bildschirm seines Top-Modells setzt Panasonic allerdings bereits auf organische Leuchtdioden (OLED). Auch LG Electronics prescht mit der neuen Bildschirmtechnologie vor. Auf der IFA zeigt das südkoreanische Unternehmen gleich vier neue OLED-TV-Modelle, darunter auch ein Ultra-HD-Gerät mit HDR sowie ein Gerät mit gebogenem Display.

OLED-Displays haben den Vorteil, dass sie hauchdünn produziert werden können. Auch das Problem, echtes Schwarz wiederzugeben, gibt es auf den organischen Displays nicht. Sie benötigen anders als LED-Bildschirme keine ständige Beleuchtung im Hintergrund.

Die Produktion von OLED-Displays ist allerdings noch immer im Vergleich recht teuer. Viele Hersteller wollen deshalb noch die Möglichkeiten der herkömmlichen Leuchtdioden-Displays für Fernseher voll ausreizen. "Da ist noch viel Luft nach oben", sagte Gericke von Sony. Zudem würde die neue Technologie erst einmal die Preise der Geräte in die Höhe treiben.

Auch Samsung sieht ein Ende der Optimierungsmöglichkeiten von LED vorerst nicht in Sicht. Über alle Display-Größen hinweg gesehen sei Samsung zwar der weltweit größte Hersteller von OLED-Bildschirmen, sagte Kai Hillebrandt, Manager der Unterhaltungselektronik-Sparte von Samsung Deutschland. Der Markt für Ultra-HD wachse aber noch immer sehr dynamisch. "Wir brauchen nicht mehr, sondern bessere Pixel."

Inzwischen gibt es auch zahlreiche Peripheriegeräte sowie Digicams, die entsprechende Inhalte in Ultra-HD beziehungsweise 4K für die hochauflösenden TV-Geräte liefern. Lange gab es zwar leistungsfähige Flachbildfernseher, doch in Sachen Ultra-HD-Inhalte gab es einen Flaschenhals. Der scheint nun umschifft zu sein - schließlich sind fast alle modernen Geräte mit dem Internet verbunden: Statt darauf zu warten, bis neben einigen Demo-Kanälen eines Tages auch Fernseh-Inhalte in Ultra-HD verfügbar sein werden, setzen die Anbieter auf Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime. Über das Netz gelangen Ultra-HD-Filme bereits jetzt ohne Probleme auf die Hightech-Bildschirme.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
Original erschienen am 07.09.2015: Elektrojournal.
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