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Der Analyse zufolge kaufen derzeit knapp 60 Prozent der Internetnutzer innerhalb der EU online ein.

Online-Handel wächst rasch: Kunden werden zu "Omni-Konsumenten"

20.11.2015

Mit jährlichen Wachstumsraten von derzeit 22 Prozent wird der Online-Handel bis 2025 bereits 20 bis 25 Prozent der gesamten Einzelhandelsumsätze in Europa generieren. Angesichts dieses Megatrends im E-Commerce sollten die Einzelhändler damit beginnen, ihr Geschäftsmodell auf die Zukunft auszurichten, so der Immobiliendienstleister Savills in einer aktuellen Analyse der Verbrauchertrends in Europa.

Der Analyse zufolge kaufen derzeit knapp 60 Prozent der Internetnutzer innerhalb der EU online ein. In Europa werden 2015 im Schnitt 8,4 Prozent der Einzelhandelsumsätze im Internethandel generiert. Spitzenreiter ist Großbritannien mit 15,2 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 11,6 Prozent und Frankreich mit 8,0 Prozent. In Italien oder Polen entfallen dagegen nur 2,5 bzw. 3,3 Prozent der Gesamthandelsumsätze auf den Online-Handel. Zahlen für Österreich werden nicht ausgewiesen.

Stationär-Handel bleibt Nr. 1

Der größte Teil des Einzelhandelsgeschäftes werde sich jedoch auch weiterhin im stationären Handel abspielen, Ladenlokale sollten weiterhin eine wichtige Rolle spielen, so die Studienautoren. Menschen aller Altersgruppen werden sich in den kommenden zehn Jahren zu "Omni-Konsumenten" entwickeln, für die Online- und Offline-Shopping gleichermaßen zum täglichen Leben gehören, und die beliebig zwischen den beiden Welten wechseln wollen. Erfolgreiche Einzelhändler hätten schon die digitalen und physischen Geschäftsmodell kombiniert.

Verbraucher würden sich weiterhin ein "physisches Ziel" für ihr Einkaufserlebnis wünschen. Die "Highstreets" (Anm.: Einkaufsstraßen) seien nach wie vor ein Magnet für soziale Kontakte. Wesentlich werde es sein, den Aufenthalt des Kunden im Geschäft "zu einem echten Erlebnis zu machen", heißt es in der Analyse.

Savills geht davon aus, dass sich Geschäfte zu einer Art "begehbarem Onlineshop" entwickeln werden. Das vorrangige Ziel werde aber nicht sein, Produkte zu verkaufen, sondern Lösungsvorschläge zu unterbreiten und Serviceleistungen oder ein besonderes Erlebnis anzubieten.

Vor dem Hintergrund großer Datenaufkommen und neuer Technologien wie NFC-Nahfunk, Geofencing oder Gesichtserkennung werden die Einzelhändler bald in der Lage sein, in ihren Geschäften eine Echtzeit-Individualisierung anzubieten. So könnte das Produktangebot maßgeschneidert auf die aktuelle Stimmung des Kunden abgestimmt werden.

Die Ausbreitung des "Omni-Channel Retailing" wird in Europa positive Auswirkungen auf den Einzelhandels- und Distributionssektor haben. Der Europäischen Kommission zufolge wird die Beschäftigung in diesem Sektor bis 2025 um 6,2 Prozent zunehmen, was annähernd doppelt so viel ist wie in allen anderen Branchen.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
Original erschienen am 20.11.2015: Elektrojournal.
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