Direkt zum Inhalt

Media-Saturn-Mutter Metro erwartet gutes Weihnachtsgeschäft

19.10.2015

Der deutsche Handelsriese Metro setzt auf klingelnde Kassen im Weihnachtsgeschäft. Der Konzern mit seinen Großmärkten, der Elektronikhandelskette Media-Saturn und den Real-Supermärkten erwarte gute Geschäfte und sei optimistisch in das laufende Quartal gestartet, teilte Metro am Montag in Düsseldorf mit. Vor allem das frühere Sorgenkind Media-Saturn macht Metro wieder Freude.

"Das Geschäftsjahr 2014/15 markiert eine Zeitenwende für die Metro Group"

"Das Geschäftsjahr 2014/15 markiert eine Zeitenwende für die Metro Group", erklärte Metro-Chef Olaf Koch. "Wir haben es geschafft, wieder Dynamik in unser Kerngeschäft zu bringen." Bei den Anlegern kamen die Aussagen gut an: Metro-Aktien legten knapp drei Prozent auf 27,66 Euro zu.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 belasteten Metro jedoch negative Wechselkurseffekte durch den schwachen Rubel. Die Erlöse des stark in Osteuropa und China engagierten Konzerns fielen um 1,2 Prozent auf 59,2 Mrd. Euro. Bereinigt um diese Effekte und um Marktschließungen wies Metro aber ein Umsatzplus von 1,5 Prozent aus.

Koch will den Umsatz weiter ankurbeln: So sollen etwa traditionelle Filialen besser mit dem Internet-Handel verknüpft werden. Hoteliers und Kunden aus der Gastronomie sollen verstärkt direkt mit Waren beliefert werden. Flächenbereinigt konnte Metro die Erlöse in den Großmärkten im Geschäftsjahr steigern. Das Großmarktgeschäft macht rund die Hälfte des Konzern-Umsatzes aus.

Koch bestätigte die Prognose für das abgelaufene Geschäftsjahr, den operativen Ertrag (Ebit) vor Sonderfaktoren aus fortgeführten Aktivitäten gegenüber den 1,531 Mrd. Euro aus dem Vorjahr leicht zu steigern. "Insgesamt sind das solide Ergebnisse", erklärte Bernstein-Analyst Bruno Monteyne. Vor allem das gute Geschäft von Media-Saturn sei positiv. Nach dem Verkauf der Warenhauskette Kaufhof an den nordamerikanischen Konzern Hudson's Bay habe Metro zudem Geld für Zukäufe. Rund 1,75 Mrd. Euro sind aus der Veräußerung in die Kassen der Metro geflossen. Das Kerngeschäft rund um die Großhandelsmärkte Media-Saturn sowie das Online-Geschäft sollen nun ausgebaut werden.

Der Handelskonzern befindet sich im Umbruch, Koch muss die mit Umsatzrückgängen kämpfende Kette Real sanieren. Im Aktionärskreis gibt es Veränderungen, der langjährige Ankerinvestor Haniel schmilzt seinen Anteil ab. Firmenpatriarch Franz Markus Haniel will nach der Metro-Hauptversammlung im Februar 2016 seinen Posten als Aufsichtsratschef abgeben, der ehemalige Chef des weltgrößten Schokolade- und Kakao-Herstellers Barry Callebaut, Jürgen Steinemann, soll dann an der Spitze des Metro-Aufsichtsrats Kochs' Wirken überwachen.

Dauer-Clinch

Auch bei Media-Saturn steht Koch weiter vor Herausforderungen. Der Metro-Chef liegt im Dauer-Clinch mit dem Media-Saturn Mitgründer Erich Kellerhals. Media-Saturn schaffte 2014/15 ein Umsatzplus von 3,6 Prozent auf 21,7 Mrd. Euro. Koch dürfte auch hier auf gute Geschäfte an den Feiertagen setzen. Händler fahren traditionell den Löwenanteil ihrer Gewinne im Weihnachtsgeschäft ein. Im deutschen Heimatmarkt brummt der Einzelhandel, der Branchenverband HDE erwartet 2015 ein Rekordjahr.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
Werbung
Werbung