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Industrie 4.0 – Österreichs Industrie im Wandel

03.08.2017

Die vierte industrielle Revolution ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Digitalisierung von Produkten, Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten.

Die vierte industrielle Revolution hat begonnen und bietet den österreichischen Industrieunternehmen attraktive Chancen. Bis 2020 erwarten sie sich knapp 15 Milliarden Mehrumsatz durch Industrie 4.0-Lösungen.

Für die PwC- und Strategy&-Studie „Industrie 4.0 – Österreichs Industrie im Wandel“ wurden 100 österreichische Industrieunternehmen aus fünf Branchen befragt: Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik/Elektronik, Automobilindustrie, Prozessindustrie und Informations- und Kommunikationsindustrie.

Im Folgenden die zentralen Ergebnisse der Befragung im Detail:

Die befragten 100 Industrieunternehmen werden in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich 3,8 % ihres Jahresumsatzes in Industrie 4.0-Lösungen investieren. Bezogen auf die österreichische Industrielandschaft entspricht dies einer jährlichen Investitionssumme von mehr als 4 Milliarden Euro.

Um maximalen Erfolg zu erzielen, werden diese Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfolgen.

Bereits heute haben fast drei Viertel der Befragten ihre Wertschöpfungsketten zum Teil digitalisiert. Das heißt, dass häufig erst Teilbereiche und Insellösungen umgesetzt sind. Die Unternehmen erwarten sich in Zukunft einen gesamtheitlicheren Blick auf ihre Wertschöpfungsketten, sodass bis zum Jahr 2020 mindestens 85 % der unternehmensinternen und -übergreifenden Wertschöpfungsketten einen hohen Digitalisierungsgrad aufweisen werden.

Die Industrie muss mit immer weniger Rohstoffen und immer weniger Energie größere Mengen produzieren. Industrie 4.0 ermöglicht eine höhere Produktions-, Energie- und Ressourceneffizienz und schafft damit die Voraussetzungen, um nachhaltig wirtschaftlich produzieren zu können.

Durch die Digitalisierung der Wertschöpfungsketten versprechen sich die befragten Unternehmen über alle Branchen hinweg eine durchschnittliche jährliche Effizienzsteigerung von 3,7 % sowie eine Reduktion der Herstellungskosten von 2,6 % p.a.

Die Hälfte der befragten Unternehmen erwartet für die nächsten fünf Jahre ein zweistelliges Wachstum infolge einer stärkeren Digitalisierung ihres Produkt- und Serviceportfolios. Ein Fünftel der Unternehmen geht sogar von einer Umsatzsteigerung von über 20 % aus.

Insgesamt ergibt sich daraus eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von 2,6 % pro Jahr. Auf die Gesamtheit aller Industrieunternehmen in den fünf Kernbranchen bezogen entspricht dies einem zusätzlichen jährlichen Umsatzpotenzial von knapp 3 Milliarden Euro.

Schon heute ist die effiziente Analyse und Nutzung von Daten für mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen von hoher Bedeutung. 91 % sind der Ansicht, dass schon in fünf Jahren die Fähigkeit zur Datenanalyse für das Geschäftsmodell entscheidend sein wird.

Dabei liegt der Fokus der Unternehmen primär auf dem effizienten Datenaustausch innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette, der eindeutigen digitalen Kennzeichnung der Produkte und auf der Nutzung von Echtzeitdaten zur Steuerung der Produktion.

KMUs müssen nicht in einem Schritt komplexe und kostenintensive Industrie 4.0-Lösungen umsetzen, um von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren. Eine individuelle Kennzeichnung aller Materialien, Inputressourcen und Produkte, zum Beispiel durch Barcodes, sowie der Einsatz von Scannern in allen Schritten der Wertschöpfungskette reichen schon aus, um Daten über den Fertigungsablauf für erste Kosten- und Qualitätsverbesserungen zu verwenden.

In einem weiteren Schritt können dann Fertigungs- und Montageschritte digital erfasst werden, um Effizienzsteigerungen zu ermöglichen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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