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Apple-Day: mehr als nur das neue iPhone 6S?

11.09.2015

Anlässlich der traditionellen Herbstpräsentation von Apple stellte CEO Tim Cook einige Neuerungen vor. Im Vorfeld wurde die Stimmung hochgepusht – halten die Innovationen auch, was sie versprechen? 

Welche Neuerungen im Apple Sortiment anstehen verrät die Herbstpräsentation

An die 6.000 Zuseher verfolgten nun die Präsentation der neuen iPhones von Apple im Bill Graham Civic Auditorium in San Francisco. Wurden doch neue Smartphone-Typen angekündigt, genauso wie nichts weniger als „das neue TV-Fundament“ – Cook verkaufte so die sprachgesteuerte Fernseh-Box Apple TV. Auch wurden das aktuelle iPad Pro und Jung-Modelle der Apple Watch vorgestellt.

Neuerungen bei Smartphones

Mit knapp zwei Dritteln ist das iPhone deutlicher Umsatzbringer im Konzern. So sind die im Vorjahr vorgestellten Modelle iPhone 6 und das noch größere iPhone 6 Plus „Verkaufsschlager“ in China. Diese Welle will also geritten werden: neue Modelle müssen her. Eine Innovation betrifft etwas das Display – dieses hat nun „3D Touch“, sprich: es kann drei verschiedene Druckstärken unterscheiden. Wie praktikabel diese Neuerung ist, wird die Akzeptanz bei den Usern weisen.

Nun zur Hardware. Den beiden Kameras im iPhone wurden 12 Megapixel gestattet (bisher waren es 8 MP), einzelne Fotoschnappschüsse können zu Minivideos mutieren – was jeweils 1,5 Sekunden vor und nach dem Auslösen passierte, wird filmisch aufgezeichnet. Apple gibt an, dass der A9-Chip um 70 Prozent schneller sein soll als der A8 beim Hauptprozessor, bei der Grafik soll er sogar um 90 Prozent flotter sein.

Für die neuen iPhones 6S und das größere 6Splus steht für Österreich noch kein Verkaufsstart fest (in den USA und Deutschland ist dieser Ende September), preismäßig wird man sich wohl am Vorgängermodell (rund ab 700 Euro ohne Vertrag) orientieren.

Aber auch andere Produkte

In der zweiten Hälfte seiner Präsentation konzentrierte sich Apple-Boss Tim Cook auf andere Produktgruppen. Weil der Absatz von Tablet Computern schwächelt, gibt es jetzt (in Österreich ab November) den iPad Pro, der fast 13 Zoll groß ist. Dieser hat eine andockbare Tastatur und einen Stift (Apple Pencil) – Kritiker monierten, dass das Gerät stark an den Tablet/PC-Hybrid Surface von Microsoft erinnere.

Und was noch?

Stichwort App-Store und Sprachsteuerung Siri: Diese Kombination soll, so stellt sich das Apple vor, den TV-Markt revolutionieren. Anstatt selbst TV-Bildschirme zu produzieren, wird Box Apple TV an den Bildschirm diverser Hersteller angeschlossen. Film- und Musik-Content aus iTunes lässt sich abrufen, genauso Streamingdienste, etwa Netflix.

Ein (sinnvolles?) Gadget: via Siri kann man beispielsweise den Befehl geben, sich Kinderfilme vorschlagen zu lassen. Einen ähnlichen Weg geht Amazon bei seiner Box Fire TV – dort kann man sich zum Beispiel „James-Bond-Filme mit Roger Moore“ anzeigen lassen.

Die TV-Box wird auch zur Spielkonsole – für Games, die auf iPhone und iPad beliebt sind. Apple TV könnte Spielekonsolen von der HDMI-Schnittstelle des TV-Geräts verdrängen. Zahlreiche Game-Hersteller haben daher angekündigt, sich der Box annähern zu wollen.

Ob die Box Apple TV den Fernsehmarkt tatsächlich revolutioniert, bleibt dahingestellt. Die großen US-amerikanischen TV-Stationen geben sich jedenfalls reserviert – ein Komplett-Umstieg wird für viele also nicht in Frage kommen.

Rudolf Preyer

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